Atomausstieg bis 2022

Diese AKW sollen nicht wieder ans Netz

Sieben deutsche Atomkraftwerke sind abgeschaltet - ursprünglich sollten sie wieder ans Netz. Nun aber will die Bundesregierung den Atomausstieg. Den sieben AKW und dem bereits seit längerem stillstehenden Kernkraftwerk Krümmel droht nun das endgültige Aus.

Neckarwestheim I: Der Reaktor im Norden Stuttgarts ist seit 1976 in Betrieb und damit der zweitälteste Atommeiler in Deutschland. Betreiberin ist die EnBW Kernkraft GmbH. Neckarwestheim I hat eine Leistung von 840 Megawatt und versorgt ein Viertel des deutschen Eisenbahn-Netzes mit Strom. Atomkraftgegner haben immer wieder darauf verwiesen, dass Neckarwestheim I in der Pannenstatistik nicht gut dastehe und für einen Störfall nicht über genügend Kühlmittel und Pumpen verfüge. EnBW weist das zurück.

Philippsburg: Der Reaktor, der auf einer Insel im Rhein rund 30 Kilometer nördlich von Karlsruhe liegt, läuft seit 1979. Betreiberin ist die EnBW Kernkraft GmbH. Der Block hat eine Leistung von 926 Megawatt. Das Kraftwerk war besonders ins Visier von Atomkraftgegnern geraten, weil es mit einem Siedewasserreaktor nach dem Prinzip des Katastrophen-Kernkraftwerks im japanischen Fukushima arbeitet.

Biblis: Am Standort Biblis in Hessen betreibt RWE die Blöcke A und B. Block A liefert seit 1974 Strom, Block B seit 1976. Beide Meiler sind Druckwasserreaktoren. Die Leistung von Block A beträgt 1225 Megawatt, die von Block B 1300 Megawatt. Bei einem der schwersten Zwischenfälle in einem deutschen Atomkraftwerk entwich 1987 durch ein offenes Ventil in Block A 15 Stunden lang radioaktiver Dampf. 2006 wurden bei einer Routine-Revision im abgeschalteten Block A fehlerhaft montierte Dübel festgestellt, später auch in Block B. Beide Blöcke standen damals über ein Jahr lang still.

Isar I: Das bayerische Kernkraftwerk Isar 1 in Essenbach bei Landshut gehört zu den ältesten und umstrittensten deutschen Atommeilern. Es gehört ebenso wie die schwer beschädigte Atomanlage in Fukushima zum Bautyp der Siedewasserreaktoren. Kritiker fordern bereits seit Jahren die Stilllegung. Bei dem Kraftwerk kam es immer wieder zu Zwischenfällen. So gab es zuletzt eine Panne beim Verladen von Brennelementen und einen Defekt an einem Notstromsystem. Isar 1 ist schlechter als andere Meiler gegen Flugzeugabstürze gesichert.

Unterweser: Das Atomkraftwerk Unterweser bei Nordenham in Niedersachsen wird vom Energieversorger Eon betrieben und ging im September 1978 ans Netz. Der Meiler mit einem Druckwasserreaktor hat eine Nettoleistung von mehr als 1300 Megawatt und produziert so Strom für umgerechnet rund zwei Millionen Haushalte. Ursprünglich sollte der Meiler nach den rot-grünen Ausstiegsplänen im Jahr 2012 vom Netz.

Brunsbüttel: Der Siedewasserreaktor im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel ging 1976 an den Start und ist das älteste Atomkraftwerk im Norden. Der Reaktor wurde im Juli 2007 vollständig abgeschaltet. Grund waren fehlerhafte Dübel und Verankerungen. Ein Antrag auf eine Wiederanfahrgenehmigung wurde bisher nicht gestellt. Brunsbüttel gehört zu etwa zwei Dritteln dem Betreiberkonzern Vattenfall, der Rest gehört Eon. Bei Betrieb produziert das Kernkraftwerk eine Nennleistung von 806 Megawatt pro Jahr.

Krümmel: Krümmel in Geesthacht ist laut Betreiber Vattenfall der leistungsstärkste Siedewasserreaktor der Welt. Er wurde 1983 in Betrieb genommen. Er kommt auf eine Leistung von 1402 Megawatt. Seit Mitte 2007 war Krümmel aber nur gut zwei Wochen lang am Netz. Ein brennender Transformator, Risse in Schweißnähten an Rohrleitungen, fehlerhaft angebrachte Dübel und ein kaputter Brennstab sorgten für Probleme. Krümmel gehört je zur Hälfte Vattenfall und Eon. Bisher gibt es keinen Antrag, das Kraftwerk wieder ans Netz nehmen zu wollen. Atomgegnern gilt Krümmel als „Schrottreaktor“.

Bis wann Deutschlands AKW noch laufen

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