Ethikkommission

"Atomausstieg wird eine große Kraftanstrengung"

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Foto: dpa / dpa/DPA

Ein Atomausstieg Deutschlands bis 2022 ist nach Auffassung der Ethikkommission für die Energiewende machbar - aber nicht leicht. Das werde eine "große Kraftanstrengung", sagte Kommissions-Chef Matthias Kleiner.

Der bis spätestens 2022 angepeilte Atomausstieg erfordert nach Meinung der Ethikkommission für die Energiewende eine riesige Herausforderung, ist aber machbar. „Es ist eine gemeinsame große Kraftanstrengung, die vor uns liegt“, sagte der Vorsitzende und Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Matthias Kleiner, nach der Übergabe des Kommissionsberichts an Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Die Kommission war von Merkel als Antwort auf die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima eingerichtet worden. Kleiner sagte, es sei eine intensive Arbeit in sehr kurzer Zeit gewesen. Schon vor der offiziellen Übergabe hatte Merkel den Bericht erhalten, in dem ein Ausstieg binnen zehn Jahren empfohlen wird. Er war Richtschnur für die Regierungsentscheidung in der Nacht zu Montag im Kanzleramt.

„Wir sind überzeugt, dass das innerhalb eines Jahrzehnts gelingen kann“, sagte Kleiner. Der Co-Vorsitzende Klaus Töpfer sagte mit Blick auf den Atomausstieg zu Merkel: „Wir hoffen dass es hilfreich ist, Ihre Entscheidung von gestern Abend gut umzusetzen.“ Töpfer betonte man sei in der Kommission sehr konkret geworden und gebe keine Allgemeinplätze. So empfiehlt der „Rat der Weisen“ auch, Alternativen zum möglichen Endlager für hoch radioaktiven Müll in Gorleben zu prüfen.

Die schwarz-gelbe Koalition hatte zuvor nach sieben Monaten ihre im Herbst 2010 beschlossene Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke wieder einkassiert. Der Koalitionsausschuss einigte sich in der Nacht zu Montag darauf, die Kernkraftwerke in Deutschland bis spätestens 2022 stillzulegen. Die sieben ältesten derzeit abgeschalteten Atomkraftwerke und das Kernkraftwerk Krümmel sollen nicht wieder ans Netz gehen. Sechs weitere Meiler sollten bis spätestens 2021 vom Netz gehen, die drei neuesten AKW dann 2022. Ein Atomkraftwerk soll als "Kalte Reserve" bestehen bleiben und für den Fall wieder in Betrieb gehen, dass alternative Energien wetterbedingt nicht ausreichend Strom liefern können. Die Brennelementesteuer bleibt erhalten.

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