Sex-Affäre

IWF will Strauss-Kahn-Nachfolger bis Ende Juni

Bis zum 30. Juni will der Internationale Währungsfonds (IWF) einen Nachfolger für den wegen einer Sex-Affäre zurückgetretenen Direktor Dominique Strauss-Kahn gefunden haben. Die Bewerbungsphase beginnt am 23. Mai.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will bis zum 30. Juni einen Nachfolger für den wegen einer Sex-Affäre zurückgetretenen Direktor Dominique Strauss-Kahn gefunden haben. Der Auswahlprozess solle bis dahin abgeschlossen sein, teilte die Organisation in der Nacht zum Samstag in Washington mit. Die Nominierungsphase für Bewerber um den Posten werde am 23. Mai beginnen und laufe bis zum 10. Juni.

Zugleich veröffentlichte der Fonds die grundlegenden Bedingungen für eine Kandidatur. Demnach müsse der künftige Direktor aus einem der Mitgliedsländer stammen. Er sollte über große Erfahrung in der Gestaltung von Wirtschaftspolitik sowie über tiefgreifende diplomatische Fähigkeiten verfügen.

Nach Ansicht europäischer Regierungen solle künftig wie üblich ein Europäer an die Spitze der Sonderorganisation der Vereinten Nationen rücken. Allerdings melden auch Schwellenländer wie China und Indien ihren Anspruch an. Die USA als größter Anteilseigner haben sich in der Nachfolge-Diskussion bislang neutral geäußert. Die amerikanische Regierung unterstütze Kandidaten, die in einem offenen Auswahlprozess gefunden würden und eine Mehrheit hinter sich versammeln könnten, teilte das Finanzministerium am Freitag mit.

Als Favoritin gilt die französische Finanzministerin Christine Lagarde. Für sie sprach sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) aus. „Bild am Sonntag“ sagte Schäuble: „Mit Christine Lagarde, so sie sich dann entscheidet zu kandidieren, hätte Europa beste Chancen, den Posten wieder zu besetzen. Entscheidend ist jetzt aber vor allem, dass Europa in dieser Frage mit einer Stimme spricht“.

Schäuble lobte ihre Qualifikationen: „Christine Lagarde ist in der Sache und als Person hervorragend geeignet. Sie wird in der gesamten Finanzwelt überaus respektiert und geschätzt.“ Schäuble bekräftigte den Anspruch der Europäer auf den Posten des IWF-Direktors: „Die USA und Europa zahlen schließlich mit weitem Abstand den größten Teil der Beiträge.“

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier sagte der Tageszeitung „Die Welt“ (Samstag): „Es ist ganz wichtig, dass die Europäer so schnell wie möglich einen gemeinsamen Kandidaten für den Chefposten des IWF vorschlagen“, sagte Barnier . Der Kandidat müsse für die Amerikaner und auch für die Schwellenländer akzeptabel sein. „Das sollte nicht so schwer sein“, sagte Barnier.