Afghanistan

Viele Tote bei Doppelattacke auf Sicherheitskräfte

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Foto: dpa

In Kabul haben Aufständische einen Armeebus angegriffen. Auch in Kundus, wo einen Tag zuvor die Bundeskanzlerin zu Gast war, gab es eine Attacke.

Einen Tag nach dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Afghanistan sind in mehreren Teilen des Landes Selbstmordanschläge verübt worden. Dabei wurden mindestens zehn Angehörige der Sicherheitskräfte getötet. Bei einem der Anschläge in der nordafghanischen Provinz Kundus, in der auch die Bundeswehr im Einsatz ist, wurden nach Regierungsangaben drei Soldaten und zwei Polizisten getötet. Ziel des Anschlags am Sonntagmorgen war ein Rekrutierungsbüro.

An dem Angriff waren vier Kämpfer beteiligt, darunter ein Selbstmordattentäter, wie der stellvertretende Provinzgouverneur Amdullah Danischi mitteilte. Die Attentäter hätten das Büro gestürmt, und einer von ihnen habe einen Sprengsatz gezündet, sagte Danischi. Drei Angreifer seien bei dem ersten Angriff getötet worden, ein vierter liefere sich einen Schusswechsel mit Sicherheitskräften in dem Rekrutierungszentrum.

Der zweite Anschlag ereignete sich am Rand von Kabul und kostete fünf Heeresoffiziere das Leben. Nach Angaben eines Sprechers des Verteidigungsministeriums überfielen zwei Aufständische mit Sprengsätzen im morgendlichen Berufsverkehr einen Bus, der Offiziere zum Dienst brachte. Einer konnte seinen Sprengstoff zünden, der andere wurde von Soldaten erschossen. Fünf Soldaten seien getötet und neun weitere verletzt worden. Zu der Tat bekannten sich die Taliban.

Es war der folgenschwerste Anschlag in der afghanischen Hauptstadt seit Mai, als bei einem ähnlichen Zwischenfall sechs ausländische Soldaten getötet wurden.

Im Süden Afghanistans wurde am Sonntag ein ausländischer Soldat getötet, als ein am Straßenrand deponierter Sprengsatz explodierte. Die Internationale Schutztruppe Isaf machte keine näheren Angaben zum Anschlag und zur Nationalität des Getöteten.

Mit diesem Todesopfer stieg die Zahl der in diesem Jahr in Afghanistan getöteten ausländischen Soldaten auf 700. So viele Ausländer sind bislang in keinem Jahr des 2001 begonnen Kriegs umgekommen. Im vergangenen Jahr waren es 521. Insgesamt wurden 2270 ausländische Soldaten am Hindukusch getötet, darunter 45 Bundeswehr-Soldaten.

Merkel hatte am Samstag gemeinsam mit Bundesverteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg die im Nordens Afghanistans stationierten Bundeswehr-Einheiten besucht und erstmals von einem Krieg gesprochen, in den die Bundeswehr verwickelt sei.

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