Demografie

McAllister will Zivis durch Rentner ersetzen

Der niedersächsische Ministerpräsident McAllister hat eine Idee, wie sich ältere Menschen nach dem Berufsleben nützlich machen können.

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Niedersachsen Ministerpräsident David McAllister will auf den mit der Bundeswehrreform verbundenen Wegfall des Zivildienstes unter anderem mit der verstärkten Anwerbung von Senioren für soziale Dienstleistungen reagieren. McAllister sagte Morgenpost Online: „Angesichts der demografischen Entwicklung sollten wir mehr Menschen für ein freiwilliges soziales Engagement gewinnen, die ihr Berufsleben schon hinter sich haben.“

Es gebe viele ältere Menschen, die sich nach dem Ausscheiden aus dem Beruf engagieren wollten, es aber wegen zum Teil diskriminierender Gesetze nicht dürften. McAllister: „Konrad Adenauer wurde mit 73 Jahren Deutscher Bundeskanzler. Aber ehrenamtlicher Schöffe am Gericht dürfte er heute nicht werden, dafür ist man angeblich mit 70 schon zu alt.“ Der CDU-Politiker fordert deshalb „eine Überprüfung aller diskriminierenden Altersgrenzen im Ehrenamt – im Bund und in den Ländern“.

McAllister prophezeite der Bundeswehrreform eine klare Mehrheit auf dem CDU-Parteitag am Montag. "Die Wehrpflicht wird nicht beerdigt, sondern ausgesetzt", sagte er. Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg habe ihn "mit nachvollziehbaren Argumenten" und gegen "anfängliche Skepsis" überzeugt: "Die Bedrohungsanalyse hat gezeigt, dass keine sicherheitspolitische Notwendigkeit für den Grundwehrdienst mehr besteht", erklärte McAllister, der selbst Obergefreiter der Reserve ist. Schon heute würden nur noch etwa 16 Prozent der jungen Männer eines Jahrgangs „gezogen“.