Afghanistan

Bundeswehrsoldat stirbt nach Schussverletzung

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Mit einer schweren Schusswunde wurde ein Bundeswehrsoldat im Norden Afghanistans aufgefunden. Trotz Not-Op ist der 21-Jährige gestorben.

Im Norden Afghanistans ist ein Bundeswehrsoldat ums Leben gekommen. Der Soldat sei in einem Außenposten nördlich des Regionalen Wiederaufbauteams Pol-e-Chomri mit einer Schusswunde schwer verletzt aufgefunden worden, teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam mit. Der 21-jährige Hauptgefreite sei während einer anschließenden Notoperation verstorben.

Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos sagte der Nachrichtenagentur AFP, es handle sich vermutlich um einen "Unfall“. Der genaue Vorgang müsse aber noch untersucht werden. Der Soldat wurden den Angaben zufolge gegen 21.30 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MEZ) gefunden. Er wurde mit einem Hubschrauber in das Feldlager Pol-e-Chomri gebracht, die Ärzte konnten sein Leben aber nicht mehr retten.

Die "Bild“-Zeitung berichtete auf ihrer Internetseite, der Soldat sei an einer Kopfverletzung gestorben. Demnach löste sich vermutlich ein Schuss, als der Soldat seine Waffe reinigte. Der Bundeswehrsprecher wollte den Bericht nicht bestätigen.

Pol-e-Chomri liegt in der an Kundus angrenzenden Provinz Balch. Der Vorfall ereignete sich in einem "OP North“ genannten Außenposten, auf dem Soldaten verschiedener Nationen im Einsatz sind. Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte den Posten diesen Sommer bei einer Afghanistanreise besucht, wie der Bundeswehrsprecher bestätigte.

Die Bundeswehr ist derzeit mit rund 4600 Soldaten am Hindukusch. Seit Beginn des deutschen Einsatzes in Afghanistan starben mehr als 40 deutsche Soldaten. Fast 30 davon fielen in Gefechten oder kamen bei Anschlägen ums Leben. Zehn Jahre nach Beginn des Afghanistan-Einsatzes sollen Ende 2011 die ersten deutschen Soldaten das Land verlassen. Darauf legte sich Außenminister Guido Westerwelle am Donnerstag in einer Regierungserklärung vor dem Bundestag fest.

Westerwelle betonte, der Einsatz am Hindukusch sei richtig, weil dort auch die Sicherheit Deutschlands verteidigt werde. „Richtig ist aber auch, dass er nicht endlos dauern darf.“ Der Minister versicherte, dass bis 2014 die Verantwortung für die Sicherheit komplett an die afghanische Polizei und Armee übergeben werden soll. Auch danach sollen noch deutsche Soldaten im Land bleiben, aber nicht mehr in Kampfeinsätze geschickt werden. Wann die Mission ganz beendet wird, bleibt offen. Im Januar muss der Bundestag über ein neues Afghanistan-Mandat entscheiden. Derzeit können bis zu 5000 Soldaten plus 350 Soldaten Reserve in Afghanistan eingesetzt werden.

( AFP/dapd/dpa/mac )

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