Plagiatsvorwürfe

CSU hält weiter an Guttenbergs Rückkehr fest

Für Guttenberg ist der Fall Doktorarbeit mit dem Bericht der Uni Bayreuth noch nicht beendet. Die Staatsanwaltschaft prüft ein Ermittlungsverfahren. Obwohl dem Ex-Verteidigungsminister nun auch offiziell "vorsätzliche Täuschung unterstellt wird, hält die CSU weiter an ihm fest.

Obwohl die Universität Bayreuth dem früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) nun auch offiziell "vorsätzliche Täuschung" in seiner Doktorarbeit unterstellt, hält seine Partei weiter an dem ehemals populärsten deutschen Politiker fest. "Karl-Theodor zu Guttenberg hat Fehler eingestanden und die stärkste Konsequenz daraus gezogen", sagte ein Mitglied der CSU-Führung der Berliner Morgenpost. Die Stellungnahme der Universität ändere nichts am Verhältnis der Partei zu Guttenberg. "Wenn er zurückkehren will, kann er das."

Auch der CSU-Rechtsexperte Norbert Geis betrachtet den Abschlussbericht der Kommission "Selbstkontrolle in der Wissenschaft", der in dieser Woche fertig geworden ist, nicht als Ausschlusskriterium. "Ich sehe darin kein Hindernis, in die Politik zurückzukehren", sagte er der "Mitteldeutschen Zeitung". Das Urteil habe "schon Gewicht. Aber es ist nicht so gewichtig, dass eine Rückkehr nicht mehr möglich wäre." Jedoch sei zunächst "ein gewisser Abstand nötig".

Guttenberg soll weite Teile seiner 475-seitigen juristischen Doktorarbeit aus fremden Quellen abgeschrieben haben, ohne dies ausreichend kenntlich zu machen. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte die Universität ihm am 23. Februar auf seinen Wunsch hin den Titel aberkannt. Am 1. März legte der 39-Jährige sein Amt nieder - auf massiven Druck von Politik und Wissenschaft. Er selbst räumte gravierende Fehler ein, wies aber Plagiatsvorwürfe als "abstrus" zurück.

Eine Mitverantwortung von Guttenbergs Doktorvater Peter Häberle und des Zweitgutachters Rudolf Streinz im Rahmen des Promotionsverfahrens sieht die Kommission nicht. Allerdings hätte die Benotung der Doktorarbeit mit dem Prädikat "summa cum laude" einer ausführlicheren Erklärung bedurft, heißt es in einer Mitteilung der Universität. Es sei nicht ersichtlich, welche hervorstechenden Thesen oder besonderen Ergebnisse der Arbeit die Vergabe der Höchstnote gerechtfertigt hätten.

Den vollständigen Bericht wollen Hochschulpräsident Rüdiger Bormann und der Kommissionsvorsitzende Stephan Rixen am Mittwoch bei einer Pressekonferenz vorstellen. Guttenberg habe mit seiner Zustimmung zur Veröffentlichung einen "entgegenkommenden Verzicht auf seine Persönlichkeitsrechte im Interesse der Aufklärung des Sachverhalts zum Schutze des Ansehens der Universität" geleistet, hieß es. Zunächst hatten seine Anwälte noch Vorbehalte angemeldet. "Es ist Guttenberg hoch anzurechnen, dass er trotz der für ihn negativen Ergebnisse zugestimmt hat", sagte Wolfgang Loewer, eines von zwei externen Kommissionsmitgliedern, der Berliner Morgenpost.

Für Guttenberg ist der Fall mit diesem Abschlussbericht noch nicht beendet. Die Staatsanwaltschaft Hof prüft derzeit die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen möglicher Verstöße gegen das Urheberrecht. In Hof stauen sich bereits mehr als 100 Anzeigen.

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