Sudans Präsident

Omar al-Baschir soll wegen Völkermordes in Haft

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Der Internationale Strafgerichtshof hat Haftbefehl gegen Sudans Präsidenten erlassen. Er soll für Massaker in Darfur verantwortlich sein.

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag hat Haftbefehl wegen Völkermords gegen Sudans Präsidenten Omar al-Baschir erlassen. Es gebe ausreichend Hinweise für die Annahme, dass al-Baschir sich des Völkermords in der Krisenregion Darfur schuldig gemacht habe, teilten die Richter mit.

Bislang lag beim IStGH bereits ein Haftbefehl gegen al-Baschir vom März 2009 vor – wegen Kriegsverbrechen in Darfur. Dort kämpfen seit 2003 Rebellenorganisationen gegen regierungstreue Milizen und Streitkräfte. Dabei kamen nach UN-Angaben 300.000 Menschen ums Leben.

Der autoritär regierende al-Baschir hatte sich 1989 im Sudan an die Macht geputscht. Nach international als Farce kritisierten Wahlsiegen in den Jahren 1996 und 2000 wurde er im April erneut zum Sieger der Präsidentenwahl in dem ostafrikanischen Land ernannt. Er ist der weltweit erste amtierende Staatschef, gegen den ein Haftbefehl des IStGH erlassen wurde.

( AFP/jw )