Schleswig-Holstein

Carstensen träumt von Hamburger Verhältnissen

Foto: Frank Hoppmann

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen hat in Kiel endlich das Bündnis, von dem die Union dort seit 1988 träumt. Mit der FDP führt er eine Art politische Musterehe. Und trotzdem kann er sich schwarz-grüne Träumereien nicht verkneifen.

Peter Harry Carstensen beugt sich über den kleinen Konferenztisch seines Amtszimmers, seine Augen blitzen für einen Moment auf: „Jetzt will ich Ihnen mal etwas sagen." Es gibt in diesem Moment keinen Anlass, um ausgerechnet in Kiel über Schwarz-Grün nachzudenken. Hier an der Förde haben sie ja noch viel länger geträumt von Schwarz-Gelb als im Bund, seit 1988. Mit der FDP führt Ministerpräsident Carstensen derzeit eine Art politische Musterehe.

Und doch gerät er ins Schwärmen: „Wir hier in Kiel“, sagt er, „wir haben eine grüne Fraktion, mit der man exzellent diskutieren und sprechen kann. Die sind hochintelligent. Die sind gut. Die haben einen spitzenmäßigen Fraktionsvorsitzenden, der sehr schnell in der Lage war, die Rolle des Oppositionsführers an sich zu ziehen. Der arbeitet nicht mehr traditionell und parteiisch, sondern ganz modern, lösungsorientiert.“ Carstensens Blick schweift über die Wasser der Förde. „Erstaunlich, wie gut die zusammenarbeiten in Hamburg.“