Bundespolitik

Wallraff findet Merkel glaubwürdiger als Schröder

Er lobt sie als "glaubwürdiger, bescheidener und sympathischer" als ihren Vorgänger: Journalist und Schriftsteller Günter Wallraff hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gelobt und Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) der persönlichen Vorteilnahme bezichtigt. Namhaften Bundespolitikern warf er Lobbyismus vor.

Foto: picture-alliance/ dpa / dpa

Der Journalist und Schriftsteller Günter Wallraff hält Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für "glaubwürdiger, bescheidener und sympathischer" als ihren Vorgänger Gerhard Schröder (SPD). "Ich haben den Eindruck, dass Merkel ihr Amt nicht zur persönlichen Vorteilnahme nutzt, so wie das bei der Schröder-Gang der Fall war", sagte der 66-Jährige der dpa.


Wallraff hält Schröder, aber auch Politiker wie den früheren Innenminister Otto Schily (SPD) und den einstigen Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, für Lobbyisten. "Bis heute ist Schröder als Gazprom-Repräsentant groß im Geschäft und nennt Putin wider besseren Wissens einen lupenreinen Demokraten", sagte Wallraff.


"Die Seele der SPD ist vor allem von Schröder verraten und verkauft worden, die sozialen Wurzeln sind gekappt", kritisierte der Autor ("Ganz unten"). "Ich vermisse jegliche Selbstkritik in der SPD, die aber nötig ist für eine Chance zum Neuanfang."

Er sehe in Merkel dagegen eine glaubwürdige Politikerin – trotz aller Vorbehalte gegenüber ihrer Partei. "Ich bin damit natürlich noch lange kein CDU-Anhänger." Unter allen demokratischen Parteien halte er die Grünen für die "stärkste verändernde Kraft in der Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten". Sie hätten einen Anteil daran, dass "in Deutschland inzwischen ein ökologisches Bewusstsein doch recht gut entwickelt ist".

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos

Beschreibung anzeigen