Klimaschutz

Deutschland gibt Milliarden für arme Länder

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Die Bundesrepublik wird Entwicklungsländern insgesamt 1,26 Milliarden Euro für Klimaschutzprojekte zahlen. Das Geld ist Teil einer größeren Zahlung der Europäischen Union. Die Zusage Europas geht über das bisherige Mindestziel hinaus und gilt als Voraussetzung für einen Erfolg des Weltklimagipfels in Kopenhagen.

Die EU übernimmt jährlich 2,43 Milliarden Euro der Anschubfinanzierung für den Klimaschutz in den Entwicklungsländern. Dies gab der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy zum Abschluss des EU-Gipfels bekannt. Die Summe soll in den Jahren 2010 bis 2012 bereitgestellt werden. Deutschland übernehme einen Anteil von 420 Millionen Euro jährlich oder 1,26 Milliarden Euro insgesamt, teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel mit.

Die Zusage Europas geht damit knapp eine Milliarde über das bisherige Mindestziel von 6,3 Milliarden Euro für die kommenden drei Jahre hinaus. Insgesamt sollen die Industriestaaten in dieser Zeit 21 Milliarden Euro bereitstellen. Damit sollen in den ärmeren Ländern Klimaschutzmaßnahmen eingeführt sowie die Folgen der Erderwärmung bekämmpft werden.

Eine substanzielle Zusage an die Entwicklungsländer gilt als eine der Voraussetzungen für einen Erfolg des Weltklimagipfels von Kopenhagen.

Die Milliarden-Ausgaben des Bundes könnten sogar auf Zustimmung im Volk treffen. Der Klimawandel wird von einer großen Mehrheit der Deutschen als ernstes Problem angesehen. Im jüngsten ZDF-Politbarometer gaben 78 Prozent der Befragten an, der Klimawandel sei ein sehr großes oder großes Problem.

Die Befragten stuften den Klimawandel demnach als eines drei wichtigsten Themen in Deutschland ein. Mit 51 Prozent sind etwas mehr als die Hälfte der Befragten der Meinung, in Deutschland werde nicht genug für den Klimaschutz getan. 39 Prozent halten die Maßnahmen dagegen für gerade richtig, sieben Prozent glauben, es werde zuviel getan.

Kritisiert wird dabei vor allem die Industrie: 69 Prozent der Befragten geben an, dort werde zu wenig für den Klimaschutz getan. 58 Prozent meinen aber auch, dass die privaten Haushalte nicht genügend unternehmen. Weniger schlecht kommt die Politik weg: Hier sehen 52 Prozent der Befragten Versäumnisse.

Pessimistisch zeigen sich die Befragten bezüglich der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen. Nur 19 Prozent erwarten, dass dort sehr viel oder viel für den Klimaschutz erreicht wird. 66 Prozent glauben, dass wenig erreicht wird, zehn Prozent, dass überhaupt nichts erreicht wird.


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