Indienbesuch

Klein gewachsene Leibwächter für Sarkozy, bitte!

Nicolas Sarkozy soll sich für seinen Indienbesuch kleine Leibwächter gewünscht haben. Gar nicht einfach, der Präsident ist selbst nur 1,67 Meter.

Foto: AP / AP/DAPD

Die französische Botschaft in Delhi hat angeblich im Vorfeld des Staatsbesuches, den der französische Präsident Nicolas Sarkozy derzeit in Indien absolviert, beim Protokoll des indischen Außenministeriums darum gebeten, vorzugsweise klein gewachsene Sicherheitsbeamte einzusetzen.

Dies berichten zumindest französische Medien unter Berufung auf die Sonntagsausgabe des indischen Blattes „Daily News & Analysis“ (DNA). Die Anfrage habe die Polizei und Sicherheitsbehörden vor einige Schwierigkeiten gestellt, berichtet die indische Zeitung, da man binnen 24 Stunden Personal auftreiben musste, das diesen Anforderungen entsprach. „Die Protokollabteilung wurde umgehend tätig, nachdem sie einen Hinweis von der französischen Botschaft erhalten hatte, demzufolge der 5,5 Fuß (1,67 m) große französische Präsident, bei der Größenfrage empfindlich sei und es nicht sonderlich schätzen würde, von großen Sicherheitsbeamten umgeben zu sein, während er indische Spitzenpolitiker trifft“, schrieb DNA.

Eine nahezu „verzweifelte Suche“ habe daraufhin eingesetzt. Die Aufgabe sei alles andere als leicht gewesen, denn „die meisten Sicherheitsbeamten, die in der Hauptstadt VVIP (Very Very important People) beschützen, sind große und kräftig gebaute Männer, die für ihre Aufgabe lange ausgebildet wurden“, so DNA.

Nicolas Sarkozy hält sich seit vergangenem Donnerstag in Indien auf. Er hat ein indisch-französisches Kooperationsabkommen zum Bau von Kernkraftwerken auf den Weg gebracht und mit seiner Gattin Carla Bruni-Sarkozy das Taj Mahal-Grabmal bei Aggra besichtigt. Es ist nicht das erste Mal, dass über den französischen Präsidenten eine Geschichte kursiert, die ihn als körpergrößensensibel charakterisiert. Die französische Presse berichtete im vergangenen Juni über ein von der Präfektur im Departement Pyrenées-Atlantique organisiertes „Größen-Casting“ vor einem Besuch des Präsidenten.

Im belgischen Fernsehen gab es Berichte, dass bei der Präsidentenvisite eines Supermarktes darauf geachtet wurde, dass kein Mitarbeiter ins Bild geriet, der Sarkozy überragte. Zudem soll angeblich eine entsprechende Anweisung für das Sicherheitspersonal im Élysée-Palast existieren. Unklar bleibt allerdings bislang, ob derartige Maßnahmen wirklich je getroffen wurden. Und wenn ja, ob sie tatsächlich auf den ausdrücklichen Wunsch des französischen Präsidenten zurückgehen. Vielleicht sind sie auch nur Ausdruck eines weit vorauseilenden Gehorsams. Und möglicherweise sind sie auch nur der nicht allzu großen Phantasie derer entsprungen, die es irre lustig finden, dass es wirklich Menschen gibt, die 1,67 groß sind.