Afghanistan-Dokumente

Jetzt jagen die USA die Wikileaks-Informanten

Die Quelle der mehr als 90.000 Dokumente soll unbedingt gefunden werden. Die US-Regierung befürchtet bereits weitere Indiskretionen.

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Das US-Verteidigungsministerium kündigt nach Veröffentlichung von Geheimdokumenten zu Afghanistan Suche nach der undichten Stelle an.

Video: reuters
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Nach der Veröffentlichung von mehr als 90.000 Geheimberichten des US-Militärs sucht die amerikanische Regierung nach der undichten Stelle. „Wir werden alles unternehmen was notwendig ist, um herauszufinden, wer für das Datenleck verantwortlich ist“, kündigte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Geoff Morrell, an.

In der Regierung gebe es die Befürchtung, dass weitere geheime Informationen an die Öffentlichkeit gelangen könnten. Das sei derzeit nicht auszuschließen.

Dem Ministerium zufolge wird die Bewertung der durch den Internetdienst Wikileaks veröffentlichten Dokumente Tage oder sogar Wochen dauern. Deshalb sei der Schaden für die Sicherheit des Landes derzeit noch nicht abzusehen.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, bezeichnete es als „Verletzung von Bundesgesetzen“, dass die Enthüllungs-Website Wikileaks die Dokumente ins Internet stellte.

Der Schritt „hat das Potenzial, sehr schädlich zu sein, für Militärangehörige, für jene, die mit unserem Militär zusammenarbeiten und für jene, die für unsere Sicherheit sorgen“, sagte Gibbs. Die Veröffentlichung sei eine „besorgniserregende Entwicklung, was die Sicherheit von Operationen angeht“.

Die Dokumente enthielten allerdings „keine neuen Enthüllungen“, sagte der Sprecher weiter. Aber dort würden Namen, Operationen und logistische Unternehmungen genannt. „Das stellt eine sehr reale und potenzielle Bedrohung für jene dar, die jeden Tag sehr hart für unsere Sicherheit arbeiten“, sagte Gibbs.

Den Akten zufolge verläuft der Krieg gegen die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan schmutziger und gefährlicher als bislang bekannt. Wie aus der Veröffentlichung von über 90.000 – überwiegend geheimen – Militärdokumenten im Internet hervorgeht, ist die Zahl der zivilen Opfer höher als angenommen. Im Einsatzgebiet der Bundeswehr ist die Sicherheitslage offenkundig schlechter als von der Bundesregierung eingeräumt.

Außerdem zeigt die Veröffentlichung, dass US-Militärs über Jahre von einer direkten Kooperation des pakistanischen Militärgeheimdienstes ISI mit den Taliban ausgingen. Zudem sind die afghanischen Verbündeten teils unzuverlässig, teils korrupt, teils terrorisieren sie die eigene Bevölkerung. ( Hier gelangen Sie zu der Dokumentensammlung "War Diary" auf Wikileaks. )

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