Waffenrecht

Schäuble will private Waffen biometrisch sichern

Nach den Amokläufen von Landshut und Winnenden hat Innenminister Wolfgang Schäuble jetzt für eine Verschärfung des Waffenrechts plädiert. So gehe es um die Frage, ob sich Behältnisse, in denen Waffen aufbewahrt werden, "mit biometrischen Sicherungen so abschließen lassen, dass nur Berechtigte an ihre Waffen herankommen".

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Private Schusswaffen sollen nach Vorstellung von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) besser gesichert werden. Dazu gebe es "interessante technische Möglichkeiten", sagte Schäuble der "Rheinischen Post".


So gehe es als Konsequenz aus dem Amoklauf von Winnenden beispielsweise um die Frage, ob sich Behältnisse, in denen Waffen aufbewahrt werden, "mit biometrischen Sicherungen so abschließen lassen, dass nur noch Berechtigte an ihre Waffen herankommen".

Bei Kurzwaffen (Pistolen und Revolver) will Schäuble zudem erreichen, "dass nur noch der Berechtigte selbst mit ihnen schießen kann". Darüber habe er "mit den Ländern wie auch mit den Sportschützen und Jägern intensive Gespräche aufgenommen". Eventuell erforderlich Gesetzesänderungen, so Schäuble, sollten "noch in dieser Wahlperiode erfolgen".


Als Konsequenz aus den jüngsten Amokläufen forderten jetzt die Grünen ein Verbot scharfer Waffen für Schießsportler und Sammler. "Sportschützen können ihren Sport mit Luftgewehren oder anderen Waffen ausüben, die weniger gefährlich sind", sagte Grünen-Chefin Claudia Roth der "Frankfurter Rundschau".


Die Gesellschaft müsse auch nicht tolerieren, "dass Waffenfetischisten riesige private Waffenarsenale auftürmen". Der CDU-Innenexperte Reinhard Grindel sagte der Zeitung: "Wir müssen darüber diskutieren, ob die Vereine nicht auf das großkalibrige Schießen verzichten können."

Winnenden-Eltern gründen Initiative zum Waffenrecht

Die Eltern von fünf beim Amoklauf in Winnenden erschossenen Schülerinnen gründeten ein Aktionsbündnis, um ihrer Forderung nach einem schärferen Waffenrecht Nachdruck zu verleihen.


"Wir wollen vor allem Eltern dazu bringen, sich wieder mehr um ihre Kinder zu kümmern", sagte Mitinitiator Hardy Schober zur Onlineausgabe des Hamburger Nachrichtenmagazins "Stern." Seine 16-jährige Tochter war von dem Amokläufer Tim K. erschossen worden. Das Aktionsbündnis ist den Angaben zufolge auch mit einer eigenen Homepage ins Netz gegangen.


"Ich hoffe, dass wir Bundespräsident Horst Köhler für unsere Sache gewinnen können", sagte Schober. Er und die anderen Eltern kämpfen dafür, dass die Altersgrenze für großkalibrige Waffen auf 21 Jahre heraufgesetzt wird.


Das Aktionsbündnis will Benefizfußballspiele mit dem Bundesligisten VfB Stuttgart organisieren, plant Unterschriftenaktionen und sucht den Kontakt zur Politik. Es sei aber aber auch Gegenwind und zu spüren und festzustellen, "wie stark die Lobbys der Schützenvereine und der Waffenbranche sind", sagte Schober. "Auf deren Seite herrscht überhaupt keine Einsicht, dass sich etwas ändern muss."


Vorbild für das "Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden" ist dem Bericht zufolge eine britische Gruppe, die sich 1996 nach einem Amoklauf in Schottland gegründet hatte. Kurz darauf konnte in Großbritannien eine Verschärfung des Waffenrechts durchgesetzt werden.


"Das wünschen wir uns auch für Deutschland", sagte Schober. "Allerdings brauchen wir dringend finanzielle Unterstützung. Leider haben wir noch keine Spenden bekommen oder Sponsoren gefunden."