Prozess

Ex-Folterchef – Rote Khmer ermordeten Babys

In den Foltergefängnissen der Roten Khmer wurden offenbar Säuglinge und Kleinkinder brutal ermordet. Medienberichten zufolge gestand der Ex-Folter-Chef und Leiter eines der berüchtigsten Gefängnisse während der Terrorherrschaft, dass seine Untergebenen Babys gegen Bäume geschmettert hätten.

Foto: AP

Skrupellose Gefolgsleute der Roten Khmer haben in Kambodscha in den 70er Jahren Babys an Bäumen erschlagen. Brutale Wärter eines Foltergefängnisses packten die Kleinen an den Füßen und schleuderten sie gegen Bäume, bestätigte der Chef-Folterer des Regimes, Kaing Guek Eav alias Duch, am Montag vor dem Völkermord- Tribunal in Phnom Penh. Ein Überlebender hatte eine solche Szene später in Bildern festgehalten, die heute imToul-Sleng-Museum in der kambodschanischen Hauptstadt hängen. Die Babys waren in dem Foltergefängnis gemeinsam mit ihren Eltern untergebracht.

„Diese fürchterlichen Bilder, wie sie gegen die Bäume geschmettert wurden – ja, das haben meine Untergebenen gemacht“, sagte Duch (66), der wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt ist. „Mein Vorgesetzter (Verteidigungsminister) Son Son sagte mir, es bringe nichts, sie zu behalten, weil sie eines Tages Rache nehmen könnten.“

Duch leitete damals das wichtigste Foltergefängnis der Roten Khmer, die Kambodscha von 1975 bis 79 beherrschten und in der Zeit einViertel der Bevölkerung ausrotteten. Zehntausende Menschen wurden ermordet, andere starben durch Zwangsarbeit und Hungersnöte. Außer Duch sind vier weitere frühere Rote Khmer-Führungsfiguren angeklagt, die anders als Duch keinerlei Schuld eingestehen.

Bereits zu Beginn seines Prozesses Ende März hatte sich Duch bei den Opfern und ihren Angehörigen für die Grausamkeiten der Roten Khmer entschuldigt. Zugleich hatte er angegeben, im System der Roten Khmer keine „zentrale Figur“ gewesen zu sein und lediglich Befehle befolgt zu haben.

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