Philippinen

Präsidentenwahl – Alles schaut auf Benigno Aquino

Benigno "Noynoy" Aquino ging bei der Präsidentenwahl auf den Philippinen als Favorit ins Rennen. Dieser Rolle wird er gerecht, nach Auszählung eines Großteils der Stimmen liegt er klar vor seinen Konkurrenten. Aquino verdankt sein Ansehen vor allem seinen legendären Eltern und seiner Skandalfreiheit.

Bei der Präsidentenwahl auf den Philippinen wird ein Sieg des Favoriten Benigno „Noynoy“ Aquino immer wahrscheinlicher.

Der liberale Senator kam nach Auszählung von etwa 80 Prozent der Stimmen auf einen Anteil von mehr als 40 Prozent, wie die Wahlkommission mitteilte. Dahinter rangiert mit deutlichem Abstand der frühere Präsident und Ex-Filmstar Joseph Estrada mit etwa 25 Prozent.

Der drittplazierte Präsidentschaftskandidat, Senator und Baulöwe Manuel Villar, gestand seine Niederlage bereits ein und gratulierte Aquino. Der Wahlkommission zufolge lag die Beteiligung bei 75 Prozent.

Seine Beliebtheit verdankt der eher unauffällige Politiker Aquino vor allem seinen Eltern, der Ex-Präsidentin Corazon Aquino und ihrem während der Diktatur (1972-1986) ermordeten Mann Benigno. Sie gelten beide als Ikonen der philippinischen Demokratiebewegung.

Corazon Aquino hatte 1986 an der Spitze eines Volksaufstands den Diktator Ferdinand Marcos aus dem Amt gefegt. Benigno „Ninoy“ Aquino war einer der schärfsten Marcos-Widersacher und führte die Opposition aus dem Exil. Er wurde 1983 bei der Rückkehr nach Manila von Marcos-Schergen am Flughafen erschossen.

Auch in den neuen Aquino legen die Menschen große Hoffnungen: Benigno „Noynoy“ Aquino (50), der nie in einen Skandal verwickelt war, hat bereits angekündigt, die weitverbreitete Korruption zu bekämpfen.

Im Wahlkampf verkaufte sich "Noynoy" erfolgreich als das Gegenteil der unbeliebten Amtsinhaberin Gloria Macapagal-Arroyo. Über ihr und ihrer Familie hing jahrelang der Schatten von Wahlbetrug und Bereicherung.

Wie schon mehrmals in der Vergangenheit waren auch die jüngsten Wahlen von massiver Gewalt überschattet. Während der Abstimmung kamen mindestens zehn Menschen ums Leben. In den letzten drei Monaten des Wahlkampfs wurden 38 Menschen getötet und mehrere Dutzend verletzt.

Zur Wahl standen nicht nur der Präsident, dessen Stellvertreter sowie das Parlament, sondern auch insgesamt 18.000 Vertreter in Provinzen, Kommunen und Städten.

Dabei kam es zu schweren Behinderungen durch die erstmals eingesetzten Wahlautomaten. Mehrere hundert Maschinen fielen zunächst aus, die Bürger mussten teilweise Stunden vor den Wahllokalen ausharren.