Drohgebärde

Nordkorea will atomares Arsenal aufstocken

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Foto: AFP

Das kommunistische Land will aufrüsten und droht zugleich den USA und Südkorea mit "starken militärischen Maßnahmen".

Nordkorea hat eine Verstärkung seines Atomwaffenarsenals angekündigt. „Die jüngste beunruhigende Entwicklung auf der koreanischen Halbinsel unterstreicht die Notwendigkeit der Demokratischen Volksrepublik Korea, seine atomare Abschreckung in einer neu entwickelten Weise zu verstärken“, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA einen Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums.

Damit reagiere Pjöngjang auf die „fortgesetzt feindliche Politik der USA“ und die militärischen Drohungen der US-Regierung gegenüber Nordkorea. Zu der Art der geplanten atomaren Aufrüstung machte der Sprecher keine Angaben.

Zudem warf Nordkorea dem Süden und den USA vor, die entmilitarisierte Zone zwischen den beiden koreanischen Staaten aufzurüsten. Die US-Truppen hätten am Samstag schwere Waffen in das Grenzdorf Panmunjom gebracht, meldete KCNA unter Berufung auf das Militär. Wenn sie nicht unverzüglich wieder abtransportiert würden, sei mit „starken militärischen Gegenmaßnahmen“ in der Region zu rechnen.

Nordkoreas Heer verfügt über 1,2 Millionen Soldaten und ist damit eines der größten der Welt. Die beiden koreanischen Staaten befinden sich seit dem Korea-Krieg von 1950 bis 1953 formell noch im Kriegszustand. Der Krieg endete mit einem Waffenstillstand, ein Friedensvertrag wurde aber nicht unterzeichnet.

Ein US-Militärsprecher äußerte sich zunächst nicht zu den nordkoreanischen Vorwürfen. Die USA haben in Südkorea etwa 28.000 Soldaten stationiert, die die südkoreanische Armee unterstützen.

Nordkorea hat in den vergangenen Monaten wiederholt mit der Stärkung seiner Nuklearabschreckung gedroht. Mitte Mai erklärte das Land, ihm sei eine Kernfusion gelungen. Dieser Prozess kann zur Herstellung einer Wasserstoffbombe genutzt werden. Nordkorea stellte die Kernfusion jedoch nicht in einen Zusammenhang mit seinem Atomprogramm.

Im September hatte das kommunistische Land verkündet, die Endphase der Urananreicherung erreicht zu haben. In hochangereicherter Form kann Uran für den Atombombenbau verwendet werden. Nordkorea hat bereits zwei Atombomben getestet.

Die Spannungen zwischen Nordkorea und Südkorea hatten sich mit dem Untergang des südkoreanischen Kriegsschiffes „Cheonan“ am 26. März, bei dem 46 Matrosen starben, deutlich verschärft. Eine internationale Untersuchung ergab, dass das Schiff von einem nordkoreanischen Torpedo versenkt wurde. Pjöngjang bestreitet hingegen jegliche Verwicklung.

Mit der jüngsten Erklärung reagierte die nordkoreanische Regierung auch auf die kürzliche Veröffentlichung vormals unter Verschluss gehaltener Dokumente aus dem Jahr 1969, wonach die damalige US-Regierung Pläne für den Einsatz „taktischer“ Atomwaffen gegen Nordkorea als Vergeltung von Provokationen studiert habe. Die Enthüllung zeige, dass die USA immer auf eine Gelegenheit warten, Kernwaffen gegen Nordkorea zu gebrauche, hieß es bei KCNA.

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