Unbeliebte Vertriebenen-Präsidentin

Nur Putin macht Polen mehr Angst als Steinbach

Foto: dpa

Erika Steinbach bleibt für die Polen offenbar ein rotes Tuch. In einer Umfrage landete die Chefin des Bundes der Vertriebenen auf der Liste der furchteinflößendsten Politiker sogar vor Irans Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Doch sie ist nicht die einzige Deutsche auf der Liste.

Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin und die deutsche Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach sind in Polen laut einer Umfrage die am meisten gefürchteten ausländischen Politiker. Die polnische Tageszeitung "Rzeczpospolita“ veröffentlichte am Montag die Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GfK Polonia. Darin gaben 56 Prozent der Befragten an, den ehemaligen Kreml-Chef Putin zu fürchten. 38 Prozent erklärten, die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV) löse bei ihnen Ängste aus.

An dritter Stelle der furchteinflössenden ausländischen Politiker wurde der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad genannt (26 Prozent). Elf Prozent der Befragten nannten in diesem Zusammenhang Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Auf die Frage, welche Länder eine für Polens Sicherheit bedrohliche Politik verfolgten, wurde Russland an erster Stelle genannt (58 Prozent), gefolgt vom Iran (22 Prozent) sowie Weissrussland und Deutschland (beide 13 Prozent).

"Wir fürchten diejenigen, über die wir am meisten in negativen Zusammenhängen hören“, kommentierte der Sozialpsychologe Janusz Czapinski die Umfrageergebnisse. Um Steinbachs Person hatte es in den vergangenen Wochen eine heftige Diskussion zwischen Deutschland und Polen gegeben.

Nach den massiven Protesten aus Polen verzichtete die BdV-Präsidentin vorläufig auf einen Sitz im Stiftungsrat der geplanten Vertriebenen-Ausstellung in Berlin. Langfristig erhebt sie aber weiterhin Anspruch auf den Sitz, der momentan demonstrativ frei bleibt.

( AFP/ks )

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