TV-Duell in Baden-Württemberg

"Elefantenrunde" streitet über Atompolitik

Die Spitzenkandidaten der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben sich beim TV-Duell einen Schlagabtausch über Atompolitik geliefert.

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Drei Tage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben sich die Spitzenkandidaten von CDU, SPD und Grünen sowie der FDP und der Linkspartei im Fernsehen einen politischen Schlagabtausch geliefert.

Wichtiges Thema bei der „Elefantenrunde“ im SWR war die Atomkatastrophe in Japan. Die Politiker warfen sich gegenseitig Unglaubwürdigkeit in der Debatte über die notwendigen Konsequenzen für die Kernenergie vor.

Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) versicherte, auch er wolle einen Atomausstieg. Dabei sei aber „Augenmaß“ notwendig. Schließlich gehe es auch um Versorgungssicherheit und „bezahlbare Preise“. Der CDU-Politiker warb dafür, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

Der SPD-Spitzenkandidat Nils Schmid bezweifelte, dass Mappus tatsächlich einen Konsens mit anderen Parteien finden will. Es handele sich hierbei vielmehr um ein „durchsichtiges Ablenkungsmanöver“. Der Ministerpräsident wolle sich nur über die Wahl retten.

Ähnlich äußerte sich der Grünen-Spitzenkandidat Winfried Kretschmann. Er warf der CDU zugleich vor, die Windenergie in Baden-Württemberg blockiert zu haben. Dies sei eine „Schande“.

Justizminister Ulrich Goll (FDP) mahnte, man müsse zwar die bisherigen Energiekonzepte ändern. Dies dürfe aber nicht „kopflos“ geschehen. Der Linke-Politiker Roland Hamm forderte jedoch, der Atomausstieg müsse „so schnell wie möglich“ kommen.

Eine neue Umfrage hatte eine deutliche Mehrheit für einen Regierungswechsel in Baden-Württemberg ergeben. Den Angaben des Forsa-Instituts vom Donnerstag zufolge liegen SPD und Grüne zusammen bei 48 Prozent. Dagegen erreichen CDU und FDP insgesamt nur 43 Prozent.