Sachsen-Anhalt

NPD-Kandidat soll Bombenbau-Tipps gegeben haben

Der NPD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, Matthias Heyder, soll im Internet Tipps zum Bombenbasteln gegeben und zum "Schänden" von Frauen aufgerufen haben.

Foto: ZB / ZB/DPA

Der NPD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, Matthias Heyder, soll unter einem Pseudonym im Internet über den Bau von Bomben informiert haben. Das berichtet "tagesschau.de" . Der 38-Jährige soll unter dem Pseudonym "Junker Jörg" in NPD-Foren unterwegs gewesen sein. Die Seite zitiert "Junker Jörg" mit dem Eintrag: "20 Koffer, 20 Mann, 20 Bahnhöfe. Bundesrepublik lahmgelegt. Alles legal. Kosten unter 1000,-€. Wo ist das Problem?" Er habe zudem die Herstellung von Sprengstoff genau beschrieben.

In dem Forum soll "Junker Jörg" zudem dazu aufgerufen haben, Frauen der Linkspartei zu "schänden", sie also zu vergewaltigen. Er verlinkte sogar auf die Website einer sächsischen Abgeordneten, die "geschändet" werden sollte. Mehrfach soll der User Insiderwissen über die NPD verbreitet haben, etwa über Parteichef Udo Voigt. Dieser habe "nicht mehr alle Latten am Zaun", schrieb er etwa. Voigt habe seine Geliebte als Pressehostess bei der NPD einstellen lassen – und das, obwohl die Finanzlage der Partei düster sei.

LKA geht Vorwürfen nach

Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt (LKA) geht den Vorwürfen gegen Heyder jetzt nach. "Die uns vorliegenden Auszüge aus Internet-Foren machen es plausibel, dass sich dahinter niemand anderes verbirgt als Herr Heyder“, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Martin Krems. Das LKA kläre, welche Ermittlungsbehörde für diesen Fall zuständig sei.

Heyder selbst sagte laut "tagesschau.de“, er bezweifele, jemals in diesem Forum etwas geschrieben zu haben.

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann (SPD) sagte dagegen, die Übereinstimmung des Pseudonyms mit Heyder sei im Moment „sehr, sehr naheliegend". Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, hätte die NPD kurz vor der Landtagswahl „ihre Maske fallen lassen“. Mögliche strafrechtliche Vorwürfe sind laut Hövelmann Volksverhetzung, die Ankündigung einer Straftat, die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und die Vorbereitung einer staatsgefährdenden Tat. Der Minister äußerte sich zuversichtlich, dass durch die Ermittlungsbehörden zweifelsfrei geklärt werden könne, „wer von welchem Computer diese Beiträge online gestellt hat“.

Sachsen-Anhalt wählt am 20. März einen neuen Landtag.