Wirtschaftspolitik

Frauenquote – Grüne von "Schaumschlägerei" genervt

Dass die Familienministerin Unternehmen keine feste Frauenquote vorschreiben will, empört die Grünen-Spitze. Man solle sich ein Beispiel an ihrer Partei nehmen.

Foto: dapd / dapd/DAPD

In der Debatte um die Frauenquote werfen die Grünen der Bundesregierung „unverbindliche Schaumschlägerei“ vor. Längst sei klar, dass es verbindliche Vorgaben für mehr Frauen in Führungspositionen brauche, schreiben die Parteivorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir in einem Gastbeitrag für die „tageszeitung“. Aber Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (beide CDU) seien vor allem damit beschäftigt, derartige Vorgaben zu verhindern.

Die beiden Grünen-Politiker verwiesen auf das Vorgehen in ihrer eigenen Partei. Seit 25 Jahren gebe es dort eine Frauenquote. Der Erfolg spreche für sich: „Keine andere Partei kann in Sachen Frauenparität so große Erfolge vorweisen wie wir.“ Allerdings müssten derartige verbindliche Vorgaben Teil eines größer angelegten Gesamtkonzeptes sein. Notwendig seien beispielsweise auch ein ausreichendes Angebot an Ganztageskindergärten und -schulen sowie flexiblere Arbeitszeiten, so Roth und Özdemir.

Bundesfamilienministerin Schröder verteidigte hingegen ihr Konzept einer „flexiblen Frauenquote“ gegen Kritik. Sie sei zuversichtlich, mit diesem Vorschlag bei einem Treffen mit den Spitzen großer deutscher Unternehmen im März „offene Türen einzurennen“, sagte Schröder in einem Interview der Wochenzeitung „Das Parlament“.

Laut Schröders Stufenplan sollen die Unternehmen zwei Jahre Zeit erhalten, um den Frauenanteil in ihren Vorständen auf zehn Prozent und in den Aufsichtsräten auf 30 Prozent zu verdreifachen. Gelingt das nicht, soll eine „flexible Quote“ als „Verpflichtung zur Selbstverpflichtung“ gesetzlich eingeführt werden.

Der Stufenplan, der bis Sommer als Gesetzentwurf dem Bundeskabinett vorliegen soll, sei „weder politische Gleichstellungs-Lyrik noch ein PR-Gag für die Wirtschaft“, betonte Schröder. Ihr Konzept solle Frauen ermöglichen, „tatsächlich aus eigener Kraft in die Unternehmensspitze aufzusteigen“.

Immer noch gebe es viel zu wenige Frauen in Führungspositionen. Die bislang praktizierte freiwillige Vereinbarung von 2001 habe daran wenig geändert.

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