Baden-Württemberg

Firmenchef fordert Mitarbeiter auf, Grün zu wählen

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Der Geschäftsführer der Solarfirma Kaco findet: Nur durch Stimmen für die Grünen bleiben die Arbeitsplätze sicher. Die CDU ist entsetzt.

Wahlwerbung vom Firmenchef: Der Geschäftsführer der Solarfirma Kaco in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) hat seine Mitarbeiter in einem Brief aufgefordert, bei der Landtagswahl ihr Kreuz bei den Grünen zu machen. In dem Schreiben heißt es wörtlich: „Gehen Sie am 27. März zur Wahl und geben Sie ihre Stimme den Grünen! Nur dadurch ist gewährleistet, dass Ihre Arbeitsplätze zukünftig langfristig gesichert sind.“

Die CDU kritisierte das scharf: „Die Grünen schrecken im Wahlkampf anscheinend vor nichts mehr zurück“, teilte CDU-Landtagsfraktionschef Peter Hauk mit. Spitzenkandidat Winfried Kretschmann bediene sich beim Stimmenfang des Unternehmers, so Hauk weiter. „Das hat mit seriösem Wahlkampf nichts mehr zu tun.

Aus Sicht des örtlichen CDU-Landtagsabgeordneten Bernhard Lasotta ist das Schreiben, in dem Hofmann seine Beschäftigten auch zum Besuch einer Veranstaltung mit Kretschmann am Freitag aufforderte, untragbar und widerspricht dem Betriebsverfassungsgesetz. „Ich bin aktiv geworden, weil mir Mitarbeiter von dem Druck berichtet haben, die Grünen zu wählen“, sagte Lasotta.

„Ich finde es ganz normal, wenn sich die Mitarbeiter und die Geschäftsführung zusammen für die Förderung der erneuerbaren Energien einsetzen“, sagte hingegen Ralf Hofmann, der Autor des Briefes. „Wenn das rechtliche Folgen haben sollte, habe ich damit kein Problem: man muss manchmal für eine gute Sache leiden“, sagte der geschäftsführende Mehrheitsgesellschafter. Ohne die Grünen hätte Kaco nicht wachsen können.

Die Grünen-Landesvorsitzende Silke Krebs entgegnete: „Die CDU kann es offenbar nicht ertragen, dass Unternehmer heute die Wirtschaftskompetenz vor allem bei uns Grünen und nicht bei der Union sehen.“ Bei einem Aufruf für die CDU von Daimler habe es keine Proteste gegeben – der damalige Chef des Autobauers, Jürgen Schrempp, hatte 2001 und 2005 zur Wahl der CDU aufgerufen. „Genauso wenig hat sich die CDU darüber empört, dass verschiedene IHKs – trotz des politischen Neutralitätsgebots – für Stuttgart 21 geworben haben“, so Krebs.

( dpa/sam )