Ägypten

Zwei Tote bei Gewalt zwischen Muslimen und Christen

Der Streit über eine Liebesbeziehung zwischen Muslimen und Christen hat in Ägypten zwei Menschenleben gefordert. Nach der Tragödie zündeten Islamisten ein koptisches Dorf an.

In Ägypten haben die muslimischen Bewohner eines Dorfes die örtliche Christengemeinde gestürmt. In Soul, 30 Kilometer südlich von Kairo, hätten aufgebrachte Muslime in der Nacht auf Samstag die Kirche sowie Häuser von Kopten angezündet. Wie ein Sicherheitsvertreter der staatlichen Nachrichtenagentur Mena sagte, wurde die Auseinandersetzung zwischen zwei Familien durch die verpönte Liebesbeziehung eines Christen mit einer Muslimin ausgelöst.

Nach Angaben von Mena hatte in dem Dorf Sol ein christlicher Mann eine Liebesbeziehung mit einer muslimischen Frau, die von den Familien beider Seiten abgelehnt wurde. Als am Freitag der Streit zwischen den Familien eskalierte, seien die Väter des Paares getötet worden.

Nach der Beisetzung des Vaters der Frau am Samstag habe eine Gruppe von Muslimen die Kirche des Dorfes in der Provinz Helwan angezündet. Wie Mena weiter berichtet, gelang es der Armee, das Feuer rasch zu löschen und die Ruhe wieder herzustellen.

Liebesbeziehungen zwischen Christen und Muslimen sind in Ägypten ein Tabu, und eine Hochzeit ist nur dann möglich, wenn sich der christliche Teil des Paars zum Islam bekehrt.

Die Kopten sind die größte christliche Glaubensgemeinschaft im Nahen Osten und machen bis zu zehn Prozent der 80 Millionen Einwohner Ägyptens aus. Sie sehen sich im Alltag Diskriminierungen und Benachteiligungen durch Muslime ausgesetzt. Zwischen den beiden Religionsgruppen kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen. So wurden bei einem Anschlag auf koptische Christen in Alexandria in der Neujahrsnacht mehr als 20 Menschen getötet.

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