Streit um Irakkrieg

Schröders Ex-Sprecher lästert über Bushs Intellekt

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Das Buch "Decision Points", die Memoiren des Ex-US-Präsidenten, bietet Szenen aus acht Jahren Präsidentschaft - von den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 bis zum Beginn der weltweiten Wirtschaftskrise 2008.

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Die Kritik des Ex-Präsidenten an Gerhard Schröder erntet Widerspruch. Uwe-Karsten Heye sieht bei Bush totale Ahnungslosigkeit.

Frühere deutsche Spitzenbeamte haben den Erinnerungen des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush an Ex-Kanzler Gerhard Schröder heftig widersprochen. Schröder habe im Januar 2002 den USA keinesfalls die Unterstützung Deutschlands für den Irakkrieg versprochen, wie Bush schreibt. „Niemand konnte den Gesprächsverlauf als einen deutschen Blankoscheck für ein militärisches Vorgehen gegenüber dem Irak interpretieren“, sagte der damalige deutsche Botschafter in Washington, Wolfgang Ischinger, dem „Tagesspiegel“.

Der ehemalige Abteilungsleiter Außenpolitik im Kanzleramt, Dieter Kastrup, berichtet ebenfalls: „Schröder hat sich in einer Weise geäußert, die von Bush nicht als Freibrief verstanden werden konnte, mit deutscher Hilfe einen Krieg gegen den Irak zu beginnen.“ Ischinger und Kastrup hatten an der Unterredung Bushs mit Schröder am 31. Januar 2002 in Weißen Haus teilgenommen. Bush schreibt in seinen Memoiren, Schröder habe ihm bei dem Treffen versichert: „Wenn Sie es schnell und entschieden erledigen, dann bin ich mit Ihnen.“ Schröder erklärte dazu, der frühere US-Präsident sage nicht die Wahrheit.

Der frühere Regierungssprecher Schröders, Uwe-Karsten Heye, zweifelt unterdessen am Horizont Bushs. „Wir haben bemerkt, dass die intellektuelle Höhe des damaligen Präsidenten der wichtigsten Nation außerordentlich niederschwellig war. Und von daher war es schwierig, sich mit ihm zu verständigen“, sagte Heye dem Nachrichtensender N24. „Er hatte keine Ahnung von dem, was weltweit in Bewegung war. Er war so fixiert darauf, Texaner zu sein. Ich glaube, er kannte jedes Longhorn in Texas.“

Bush schrieb in seine erschienenen Memoiren „Decision Points“, er sei „schockiert und wütend“ gewesen, als er 2002 wegen seiner Irak-Politik von der damaligen deutschen Justizministerin Herta Däubler-Gmelin mit Adolf Hitler verglichen worden sei. „Es war schwer, sich etwas noch Beleidigenderes vorzustellen, als von einem deutschen Offiziellen mit Hitler verglichen zu werden“, schreibt der Ex-Präsident.

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