Rücktrittserklärung

Zoff um das Live-TV-Verbot bei Guttenbergs Rede

Von der Rücktrittserklärung Guttenbergs hat es keine Live-Übertragung im Fernsehen gegeben. Die TV-Sender erheben schwere Vorwürfe.

Die Rücktrittserklärung von Karl-Theodor zu Guttenberg bewegte die Nation – doch von dem Statement im Verteidigungsministerium gab es am Dienstag keine Live-Bilder im Fernsehen. Dabei hatten mehrere TV-Sender, darunter ARD, ZDF, Phoenix, N24 und n-tv, nach der Einladung des Ministeriums, die um 10.34 Uhr über den Termin um 11.15 Uhr informierte, rechtzeitig Teams zum Bendlerblock an der Berliner Stauffenbergstraße 18 geschickt.

In Mediendiensten hieß es später, die Sender hätten Guttenbergs Auftritt mit ihren Kameras nur aufzeichnen, aber nicht live auf den Sender geben dürfen. Diese Darstellung wurde vom Verteidigungsministerium aber zurückgewiesen: „Es gab von unserer Seite keine Auflagen oder Einschränkungen“, sagte ein Sprecher.

Der Nachrichtensender N24 widersprach dem entschieden: Tatsächlich seien Satellitenübertragungswagen bereits beim Pförtner abgewiesen worden. Damit sei keine Live-Berichterstattung möglich gewesen – obwohl man rechtzeitig vor Ort gewesen sei, kritisierte der Fernsehsender.

Dass die Fernsehzuschauer nicht ganz in die Röhre guckten, ist einer Reporterin von n-tv zu verdanken. Sie hielt ihr Handy hoch und übertrug den Ton, als Guttenberg um 11.16 Uhr die ersten Sätze seiner Rücktrittserklärung ablas. Das bestätigte n-tv-Sprecherin Bettina Klauser auf Anfrage.

So hatte n-tv als einziger Sender zumindest Live-Töne vom Abgang des einstigen CSU-Superstars, der über seine gefälschte Doktorarbeit stürzte.

Im Rahmen der Plagiatsaffäre war es bereits am 18. Februar in der Bundespressekonferenz zu einem Eklat gekommen. Weil Guttenberg damals zeitgleich im Verteidigungsministerium nach Worten seines Sprechers vor „ausgewählten Medienvertretern“ ein nicht angekündigtes Statement abgab, verließen die Hauptstadtkorrespondenten protestierend den Saal.

Viele von ihnen hatten erwartet, Guttenberg würde in der Bundespressekonferenz sprechen. Nach etwa zehn Minuten wurde die Pressekonferenz daraufhin abgebrochen.

( dpa/jw )

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