Doktortitel-Affäre

Guttenberg-Rücktritt - "Am Ende meiner Kräfte"

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat sein Rücktrittsgesuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel eingereicht.

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Minister: "Ich gehe nicht nur wegen meiner fehlerhaften Doktorarbeit".

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Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ist zurückgetreten. "Es ist der schmerzlichste Schritt meines Lebens", sagte zu Guttenberg in einer Erklärung, die er bei einer überraschend anberaumten Pressekonferenz im Verteidigungsministerium abgab. Guttenberg hatte zuvor sein Rücktrittsgesuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eingereicht. Er habe "in einem sehr freundschaftlichen Gespräch die Frau Bundeskanzlerin informiert, dass ich mich von meinen politischen Ämtern zurückziehen werde und um meine Entlassung gebeten".

Guttenberg erklärte seinen Rücktritt damit, dass "Amt, Bundeswehr, Wissenschaft und die mich tragenden Parteien Schaden zu nehmen drohen". Er gehe "nicht alleine wegen meiner so fehlerhaften Doktorarbeit, wiewohl ich verstehe, dass dies für große Teile der Wissenschaft ein Anlass wäre. Der Grund liegt im besonderen in der Frage, ob ich den höchsten Ansprüchen, die ich an meine Verantwortung anlege, noch nachkommen kann".„

Guttenberg sagte, er sei "nicht zum Selbstverteidigungsminister berufen". Er habe mit seiner Person - wegen der zusammenkopierten Dissertation und dem aberkannten Doktortitel, wegen der Vorfälle auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock" - im Zentrum eines enormen Medieninteresses gestanden, nun seien "die Grenzen meiner Kräfte erreicht". Guttenberg kritisierte eine „enorme Wucht der medialen Betrachtung“ seiner Person. Der Tod und die Verwundung von Soldaten rückten in den Hintergrund. Dies sei eine „dramatische Verschiebung zu Lasten der mir Anvertrauten“. Für das fordernde Amt des Verteidigungsministers brauche man ungeteilte Konzentration und fehlerfreie Arbeit. Er habe die größte Reform in der Geschichte der Bundeswehr angestoßen, betonte Guttenberg.

„Ich gehe nicht allein wegen meiner fehlerhaften Doktorarbeit“, sagte der CSU-Politiker in Berlin. Er könne unter den jetzigen Umständen nicht seinen eigenen Ansprüchen an die Amtsführung gerecht werden. „Wenn es auf dem Rücken der Soldaten nur noch um meine Person gehen soll, kann ich dies nicht mehr verantworten“, sagte er. Der Verteidigungsminister machte deutlich, dass er sich mit seinem Rücktritt schwer getan habe. Dies sei „unbefriedigend, aber allzu menschlich“. Man gebe nicht leicht ein Amt auf, „an dem das Herzblut hängt“. Zur Terminierung seines Rücktritts sagte zu Guttenberg, er habe sich vorgenommen, "zunächst die drei gefallenen Soldaten in Würde zu Grabe zu tragen".

Die Bundeskanzlerin, die sich derzeit auf der Cebit in Hannover aufhält, hatte am Vormittag ihren Rundgang auf der Computer-Messe überraschend unterbrochen und längere Zeit telefoniert. Dem Vernehmen nach stimmte sich die Kanzlerin auch mit FDP-Chef Guido Westerwelle und CSU-Chef Horst Seehofer ab.

Trotz heftiger Vorwürfe gerade aus der Wissenschaft hatte Bundeskanzlerin Merkel an dem in der Öffentlichkeit sehr beliebten CSU-Politiker festgehalten und stärkte ihm in den vergangenen Tagen mehrfach den Rücken. Zuletzt hatte aber auch die Kritik aus den Reihen von Union und FDP zugenommen.

Guttenberg steht wegen der Vorwürfe, seine Doktorarbeit in weiten Teilen abgeschrieben zu haben, seit knapp zwei Wochen massiv in der Kritik. Ihm war von der Universität Bayreuth inzwischen sein Doktortitel in Jura aberkannt worden.

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