Untergetaucht

Grüner Schatzmeister in Bulgarien vermutet

Das Landeskriminalamt Brandenburg hat die Suche nach dem ehmaligen Landesschatzmeister der märkischen Grünen übernommen. Doch möglicherweise ist bereits außer Landes. Er soll sich mit den 40.000 Euro nach Bulgarien abgesetzt haben.

Foto: Die Gruenen

Das Landeskriminalamt Brandenburg übernimmt die Suche nach dem verschwundenen Schatzmeister der Landes-Grünen, Christian Goetjes (33). Nachdem die Beamten in Eberswalde bereits wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelten, würden sie auch das Verfahren wegen Untreue weiterführen, sagte ein Sprecher der Behörde am Freitag. Möglicherweise ist er längst außer Landes. Der offenbar mit rund 40.000 Euro aus der Parteikasse abgetauchte Goetjes wird in Bulgarien vermutet. Das berichtet „Spiegel TV“.

Der 33-Jährige war am Montag nach rund zehn Jahren im Schatzmeisteramt plötzlich zurückgetreten und danach untergetaucht. Bei der Prüfung des Kontos am Dienstag stellten die Grünen fest, dass an den Tagen zuvor die 40.000 Euro abgehoben wurden. Am Donnerstag wurden zudem Geldwäsche-Vorwürfe gegen Goetjes bekannt.

Nach Recherchen von „Spiegel TV“ könnte sich Goetjes nach Bulgarien zu seiner dortigen Freundin abgesetzt haben. Als möglicher Grund werden polizeiliche Ermittlungen angegeben. Laut Staatsanwaltschaft Eberswalde wurde der Mann wegen des Verdachts der Geldwäsche zur Kriminalpolizei vorgeladen. Nach Aussagen des Sprechers der Staatsanwaltschaft, Thomas Meyer, sollte die Vernehmung demnächst stattfinden.

Hintergrund der Geldwäscheermittlungen sind den Angaben zufolge dubiose Überweisungen Goetjes auf Konten in Bulgarien. Nach „Spiegel TV“-Informationen bewegten sich die Summen zwischen jeweils einigen Hundert Euro und ein paar Tausend Euro.

Die Grünen machten derweil klar, dass mit dem Abheben der 40.000 Euro klar gegen geltende Regeln des Landesverbandes verstoßen wurde. Nehme jemand Geld in bar vom Konto, brauche er dazu die Erlaubnis des Vorstands. Der Bank machte die Partei aber keinen Vorwurf.

Einem Finanzdienstleister waren 2010 Unregelmäßigkeiten bei Geldgeschäften von Goetjes aufgefallen, die er im Mai und Juni 2010 getätigt haben soll. Es besteht der Verdacht, es könne sich um Geld aus Straftaten handeln.

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