USA

Künstler inszeniert "Morde" an Clinton und Obama

| Lesedauer: 2 Minuten

Clinton und Obama als Mordopfer? Gerade ist der Vorwahlkampf in den USA zu Ende gegangen, da sollte in New York eine Ausstellung über die Kandidaten eröffnen. "Der Mord an Hillary Clinton / Der Mord an Barack Obama" lautete der Titel der kontroversen Schau. Noch vor den ersten Besuchern kam die Polizei.

„Der Mord an Hillary Clinton“ stand am Vormittag in großen Buchstaben an einer Schaufensterscheibe in Manhattan, und direkt darunter: „Der Mord an Barack Obama“. Der mögliche Hinweis auf Verbrechen gegen die beiden Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten, die sich das spannendste Vorwahlduell der letzten Jahre lieferten, rief unverzüglich die Polizei und Geheimdienst auf den Plan. Wenig später die Entwarnung: Das ganze war nur eine Kunst-Aktion.


Performance-Künstler Yazmany Arboleda aus Boston musste die Beamten dennoch zur Polizeiwache begleiten und knapp eine Stunde lang Fragen beantworten, während die Fenster Ausstellungsraums mit braunem Papier zugeklebt wurden.


„Es ist Kunst. Es soll niemandem schaden“, sagte der 27-jährige Arboleda der „New York Times“. Thema der Ausstellung sei Rufmord – „die Art und Weise, wie Obama und Hillary in den Medien dargestellt wurden.“ Die Ausstellung hätte eigentlich am Morgen in dem leerstehenden Ladenlokal eröffnen sollen.

In dem Verhör auf der Wache sei er unter anderem gefragt worden, ob er Waffen besitze, ob er schon einmal gewalttätig geworden sei, berichtete Arboleda weiter. Obwohl er auf diese Fragen mit „Nein“ geantwortet habe, hätte der Geheimdienst ihn aufgefordert, die Titel der Ausstellung vom Fenster zu entfernen. „Sie sagten, es könne jemanden dazu bringen, etwas Verrücktes zu tun, zum Beispiel das Fenster einzuschlagen“, sagte Arboleda.

Ein Sprecher des Geheimdienstes in Washington betonte, die Ausstellung werde nicht geschlossen. Ein Polizist sagte der „New York Times“, im Gespräch mit dem Künstler sei es lediglich darum gegangen, dessen Motive zu ergründen. „Man hätte das so interpretieren können, dass er dazu aufruft, geschützten Personen zu schaden.“ Sowohl Hillary Clinton als auch Barack Obama erhalten Personenschutz durch Beamte des Geheimdiensts.

Arboledas Ausstellung besteht aus Bildern der beiden Kandidaten und aus Statements, die der Künstler verzerrt und verfremdet hat. Zusätzlich hat er zwei Internetseiten eingerichtet, auf denen Teile der Ausstellung zu sehen sind: jeweils eine Seite für Clinton und eine für Obama .

Die Aufregung um die scheinbaren Morde an Clinton und Obama war vor allem deshalb so groß, weil Sicherheitsbedenken besonders den Wahlkampf Obamas begleitet hatten. Noch nie hatte ein Präsidentschaftskandidat schon zu einem so frühen Zeitpunkt staatliche Personenschützer zugeteilt bekommen wie er.

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