Überbevölkerung

Chinesische Metropole führt Ein-Hund-Politik ein

Im boomenden Shanghai leben immer mehr Hunde und werden zunehmend ein Problem für die Umwelt. Nun will die Stadtverwaltung drastische Maßnahmen ergreifen.

Foto: picture-alliance / Revierfoto / picture-alliance / Revierfoto/dpa

Inspiriert von der staatlichen Ein-Kind-Politik hat die Verwaltung der chinesischen Millionenmetropole Shanghai ein Gesetz gegen die Überbevölkerung mit Haustieren erlassen. Mit einer Ein-Hund-Politik soll die Zahl der vierbeinigen Freunde in den Familien der 20-Millionen-Einwohner-Stadt reduziert werden, berichtete die staatliche Zeitung „China Daily“.

Ein entsprechendes Gesetz werde am 15. Mai 2011 in Kraft treten. Demnach müssen Welpen künftig bis zum Alter von drei Monaten an eine Familie ohne Hund oder an eine regierungseigene Hunde-Adoptionsstelle abgegeben werden. Abschied von seinem treuen Gefährten muss niemand nehmen: Wer schon zwei oder mehr offiziell registrierte Hunde besitzt, darf sie behalten.

In der wachsenden chinesischen Mittelschicht erfreuen sich Hunde zunehmender Beliebtheit. In der boomenden Metropole Shanghai sollen Schätzungen zufolge 800.000 Hunde leben, allerdings ist nur ein Viertel davon registriert. Die Stadtverwaltung sieht in den Hunden – und deren Ausscheidungen – zunehmend ein Problem für die Umwelt.

Mit der Ein-Kind-Politik hat die kommunistische Führung Chinas vor 30 Jahren eine Maßnahme zur Bevölkerungskontrolle eingeführt. Nach Angaben der chinesischen Familienplanungsbehörde würde das mehr als 1,3 Milliarden Einwohner zählende Land ohne die Ein-Kind-Politik 400 Millionen Bürger mehr zählen.