Frank Schira

Hamburgs CDU-Chef tritt nach Wahlschlappe zurück

Frank Schira hat Konsequenzen aus dem desaströsen Wahlergebnis in der Hansestadt gezogen: Er gab den CDU-Landesvorsitz auf.

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Hamburgs CDU-Chef Frank Schira zieht aus dem verheerenden Wahlergebnis seiner Partei die Konsequenzen und tritt zurück. „Ich habe soeben dem Landesvorstand erklärt, dass ich mein Amt als Landesvorsitzender der CDU Hamburg zur Verfügung stelle, damit wir in den nächsten Monaten darüber diskutieren, was wir jetzt besser machen können als CDU“, sagte Schira nach einer Vorstandssitzung.

„Das ist, glaube ich, das Gebot der Stunde, dass ich Verantwortung übernehme“, sagte er weiter. Bis zu einem Parteitag voraussichtlich im Juni 2011 werde er die Amtsgeschäfte jedoch noch weiterführen.

Die CDU war bei der Wahl am Sonntag von 42,6 Prozent 2008 auf 21,9 Prozent abgestürzt. Das ist das schlechteste Wahlergebnis in der Geschichte der Hamburger CDU. Die SPD unter Olaf Scholz errang dagegen die absolute Mehrheit.

Über seine möglichen Ambitionen, erneut den Fraktionsvorsitz in der Hamburger Bürgerschaft zu übernehmen wollte sich Schira nicht äußern.

Schira leitet die CDU Hamburg noch nicht einmal ein Jahr. Der 46-Jährige war im März 2010 eine Stunde nach dem überraschenden Rücktritt von Parteichef Michael Freytag im Hauruck-Verfahren als geschäftsführender Vorsitzender der Hamburger Christdemokraten bestimmt worden. Drei Monate später wurde er von einem Parteitag mit 87 Prozent der Stimmen offiziell gewählt. Damit lagen nach fast 20 Jahren Partei- und Fraktionsvorsitz wieder in einer Hand.

Ahlhaus will nicht Fraktionsvorsitzender werden

Weiter wurde bekannt, dass sich der noch amtierende Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) nicht um das Amt des Fraktionsvorsitzenden in der Bürgerschaft der Hansestadt bewerben möchte.

Das Amt des Fraktionsvorsitzenden strebe er nicht an, sagte der 41-Jährige nach der Landesvorstandssitzung. Es könne nicht sein, dass man einen Tag nach einer solchen Wahlniederlage gleich wieder über Posten und Personen rede. Jetzt müsse es erst einmal um Inhalte gehen, sagte Ahlhaus, der sein Bürgerschaftsmandat annehmen wird.