Nordkorea

Der "geliebte Führer" Kim Jong-il wird 69 oder 70

Foto: dpa

Nordkoreas Machthaber wird 70. Die Nordkoreaner müssen allerdings so tun, als feierte der Greis erst seinen 69. Geburtstag – einem irren Mythos zuliebe.

Kim Jong-il, Nordkoreas "geliebter Führer" wird heute 70 – und das ganze Land muss zum Feiern antreten. Allerdings sind Wahrheit und Propaganda in dem abgeschotteten Land auch in diesem Fall widersprüchlich, die Staatshistoriker dichteten Kim ein späteres Geburtsjahr an: Den offiziellen Geschichtsbüchern zufolge erblickte der kleinwüchsige Diktator erst 1942 unter einem doppelten Regenbogen auf dem heiligen Berg Paektu das Licht der Welt. Damit nämlich war er genau 30 Jahre jünger als sein Übervater, der gottgleiche Staatsgründer Kim Il-sung. Diese frei fabulierte Version klang nun einmal besser als Kims wahrer Geburtstag im sibirischen Exil.

Im kommenden Jahr, wenn Kim Jong-il also offiziell 70 wird, soll wieder eine "sanfte Transition" von einer Generation auf die nächste erfolgen. Dann wird Kims jüngster Sohn Jung-un das Ruder in der einzigen kommunistischen Dynastie der Erde übernehmen. Und heute ist er bereits für die Feierlichkeiten zu Papas Geburtstag zuständig – die erste verantwortungsvolle Aufgabe seit seinem Debüt.

Die pompöse Geburtstagsparty soll dem Volk und der Welt vor allem eines demonstrieren: Der "geliebte Führer" ist kerngesund. Das allerdings wird von Experten stark angezweifelt. Gerüchten zufolge soll inzwischen auch sein Geisteszustand beeinträchtigt sein. Angeblich faselte er kürzlich über ein Treffen mit seinem toten Vater. Ob Kim Jong-il also seinen offiziellen 70. noch fröhlich mitfeiern wird, ist ungewiss.

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