Jaakow Teitel

Israels Geheimdienst fasst jüdischen Terroristen

Drei Wochen hatte der israelische Geheimdienst den Verdächtigen verhört und ihm dabei Rechtsbeistand verwehrt: Jetzt hat Jaakow Teitel den Mord an zwei Palästinensern gestanden und die Verantwortung für weitere Anschläge übernommen. Der Extremist plante seine Taten im Alleingang.

Foto: AFP

Schon vor drei Wochen war Jaakow Teitel vom israelischen Inlandsgeheimdienst Schin Bet festgenommen worden. Doch erst am Sonntag wurde die umfassende Mediensperre aufgehoben, die bisher verhindert hatte, dass Einzelheiten der Ermittlungen an die Öffentlichkeit drangen. Am Sonntagabend dann gab die Polizei auf einer Pressekonferenz in Jerusalem bekannt, der in den USA geborene Teitel habe den Mord an zwei Palästinensern vor zwölf Jahren gestanden und außerdem die Verantwortung für eine Reihe anderer Anschläge übernommen.

Damit ist überraschend der Täter zahlreicher unterschiedlicher Taten aus dem rechtsextremen jüdischen Spektrum erkannt und gefasst worden. Teitel hat wohl auch den Bombenanschlag auf den linken Professor Seew Sternhell im September 2008 verübt, wenige Monate zuvor hatte er eine als Geschenkpaket zum jüdischen Purim-Fest getarnte Bombe an eine Familie messianischer Juden geschickt. Ein 15-jähriger Junge wurde schwer verletzt. Zwar bezichtigt Teitel sich auch des Anschlags auf ein Schwulenzentrum in Tel Aviv in diesem Sommer, doch hält die Polizei seine Täterschaft in dem Fall für unwahrscheinlich.

Drei Wochen hatte der Geheimdienst den Verdächtigen verhört und ihm dabei Rechtsbeistand verwehrt – ein seltenes Vorgehen, für das nach zehn Tagen die Sondergenehmigung von Generalstaatsanwalt Menachem Masus nötig war. Dann waren sich die Ermittler sicher: Teitel ist ein Einzelgänger, der seine Taten im Alleingang geplant und durchgeführt hat.

Noch ist unklar, ob die Frau des Festgenommenen wirklich nicht wusste, dass ihr Mann im Haus mit Sprengstoff experimentierte und sechs Gewehre sowie drei Pistolen aus den USA nach Israel geschmuggelt hatte. Doch sowohl Angehörige in der Siedlung Schwut Rachel im Westjordanland als auch Siedlerführer haben sich von Teitel distanziert.

Danny Dajan, der Vorsitzende der Siedlerrats Jescha, bezeichnete die Taten als „verboten und nicht akzeptabel“. Er warnte aber, Israels Linke könne versuchen, den Fall zu instrumentalisieren, und „eine ganze Bevölkerungsgruppe in Misskredit bringen“.

Derweil hat US-Außenministerin Hillary Clinton in Marokko ihre Ablehnung des israelischen Siedlungsbaus bekräftigt, den ihre Regierung als „nicht legitim“ betrachte. In Jerusalem hatte sie am Tag zuvor die israelische Bereitschaft, bestehende Siedlungen nur begrenzt auszubauen, als „beispielloses Zugeständnis“ bezeichnet und damit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verärgert.

Abbas fordert als Voraussetzung für Friedensverhandlungen einen umfassenden Baustopp, wie ihn US-Präsident Barack Obama vor wenigen Monaten auch verlangt hatte. Wenn Clinton erst Zugeständnisse lobt und nur einen Tag später einschränkt, diese seien „weit von dem entfernt, was wir uns wünschen“, steht das wohl für die Richtungslosigkeit der USA in der Nahost-Politik.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.