Hochschulfinanzierung

Schavan regt Gründung von Bundesuniversitäten an

Die Bundesbildungsministerin bringt das Modell der vom Bund finanzierten Spitzenhochschulen wieder ins Spiel. Die Debatte um die Standorte beginne spätestens nach Auslaufen der Exzellenzinitiative.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hält es für möglich, dass leistungsstarke deutsche Universitäten mit hohem Finanzbedarf mittelfristig in die Zuständigkeit des Bundes wechseln. „Jedem ist klar, dass die Exzellenzinitiative nach der dritten Runde beendet ist. Trotzdem wird danach sofort die Debatte einsetzen, wer das dauerhaft finanziert, um exzellente Strukturen zu erhalten. Spätestens dann wird sich die Frage nach Standorten von Bundesuniversitäten stellen“, sagte Schavan Morgenpost Online.

Schavan ermahnte zudem die Bundesländer, jetzt ihren Pflichten in der Hochschulfinanzierung nachzukommen. „Wenn eine politische Ebene in den letzten Jahren überdurchschnittlich in Wissenschaft investiert hat, dann ist das der Bund. Auch die Länder müssen aber ihren Anteil erbringen und die Wissenschaftsetats zur Finanzierung der zusätzlichen Studienplätze entsprechend aufstocken. Nur nach dem Bund rufen, das läuft nicht“, machte die Ministerin klar.

Ähnlich äußerte sich auch der Präsident der Berliner Humboldt-Universität, Jan-Hendrik Olbertz: „Die Spielräume für reiche und arme Länder sind inzwischen so unterschiedlich geworden, dass der nationale Anspruch, Wissenschaft und Lehre überall auf hohem Niveau zu garantieren, in Frage steht. Dann müssen wir über eine Bundesuniversität nachdenken“, sagte Olbertz Morgenpost Online

Zuletzt war in Deutschland vor der Einigung auf die Exzellenzinitiative über die Gründung von Bundesuniversitäten diskutiert worden. Bereits um die Jahrtausendwende gab es ein Szenario, die Humboldt-Universität nach dem Vorbild der ETH Zürich zu einer Bundesuniversität machen, um dann bestens ausgestattet die fähigsten Forscher der Welt anzuziehen und in die angelsächsische Phalanx der Top-Universitäten einzudringen.

Mit der Exzellenzinitiative fördern Bund und Länder herausragende Forschung an Universitäten in Deutschland. Am 4. Juni 2009 hatten die Regierungschefs von Bund und Ländern beschlossen, die Exzellenzinitiative für die Jahre 2012 bis 2017 mit einem Gesamtfördervolumen von 2,7 Mrd. Euro ein letztes Mal fortzusetzen.

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