Bundeswehr-Skandal

Hauptfeldwebel soll Untergebenen vergewaltigt haben

Bei der Bundeswehr steht ein Unteroffizier wegen eines Sexualdelikts "unter gravierendem Verdacht". Das Opfer schwieg lange aus Angst vor Schikanen.

Bei der Bundeswehr gibt es offenbar einen neuen Skandal. Wie ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagte, wird gegen einen Soldaten aus dem niederbayerischen Regen wegen des "Verdachts einer Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ ermittelt.

"Das ist ein ernster Vorwurf, der in keiner Weise toleriert und akzeptiert werden kann“, sagte der Sprecher. Der Fall sei an die Staatsanwaltschaft Deggendorf weitergeleitet worden.

Der Bayerische Rundfunk hatte unter Berufung auf Bundeswehrkreise berichtet, dass der 38 Jahre alte Hauptfeldwebel vermutlich einen 26 Jahre alten Untergebenen mehrfach vergewaltigt habe. Der Mann sitzt dem Bericht zufolge seit einer Woche "unter gravierendem Verdacht“ in Untersuchungshaft.

Die Taten sollen im Sommer 2010 an mehreren Standorten in Deutschland und einem Feldlager in Afghanistan begangen worden sein. Das Opfer habe aus Angst vor Schikanen und dienstlichen Nachteilen längere Zeit geschwiegen.

Wie die Leitende Oberstaatsanwältin Kunigunde Schwaiberger dem Bayerischen Rundfunk sagte, wurde die Staatsanwaltschaft Deggendorf erst Anfang Februar eingeschaltet. Der Beschuldigte hat demnach die Vorwürfe vorerst nicht eingeräumt.

Im unterfränkischen Wildflecken schoss ein Unteroffizier einem anderen Soldaten offenbar aus Versehen ins Gesicht geschossen. Als der 31-jährige Feldwebel am Donnerstagabend in einem Keller der Rhönkaserne eine Signalpistole überprüfte, löste sich ein Schuss, der den drei Jahre jüngeren Soldaten streifte, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Der 28-Jährige erlitt eine Fleischwunde an der Wange und kam ins Krankenhaus, wo er nach Bundeswehrangaben noch einige Tage bleiben muss. Polizei und Staatsanwaltschaft leiteten Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung gegen den Unteroffizier ein. Auch die Bundeswehr ermittelt.

( dapd/rs/tsch )