Ägypten

Armee und Politiker deuten Mubaraks Rücktritt an

Ein Regierungspolitiker kündigt eine Rede des Präsidenten noch am Abend an. Das Militär verspricht, alle Forderungen der Demonstranten zu erfüllen.

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In Ägypten verdichten sich die Hinweise auf einen baldigen Rücktritt von Präsident Husni Mubarak. Hossan Badrawi, der Generalsekretär der ägyptischen Regierungspartei NDP, sagte dem britischen Sender BBC, er hoffe, dass Mubarak die Macht übertrage. Mubarak werde „sehr wahrscheinlich“ am Abend zur Nation sprechen.

„Ich rechne damit, dass der Präsident auf die Forderungen der Menschen eingeht, denn es geht ihm um die Stabilität des Landes, der Posten ist ihm derzeit nicht wichtig“, sagte Badrawi.

Der US-Sender ABC berichtete, Generalstabschef Sami Eman habe einem ihrer Reporter gesagt: „Es endet heute Nacht“. Der US-Sender NBC meldete unter Berufung auf zwei Quellen in der ägyptischen Regierung ebenfalls, dass Mubarak in der Nacht zurücktrete. Nach Informationen des US-Senders NBC soll nach einem Rücktritt des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak Vizepräsident Omar Suleiman an die Staatsspitze rücken.

Die Armeeführung gab unmittelbar nach Badrawis Interview mit der BBC eine Stellungnahme ab. Darin hieß es, dass das Oberkommando in einer „Sitzung ohne Ende“ sei. Die Armee habe „Schritte eingeleitet, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten“.

Ein Vertreter der Armeeführung sagte indes zu Demonstranten auf dem Tahrir-Platz, dass „alle Forderungen erfüllt“ würden. Die Demonstranten brachen in Jubel aus.

Mubarak hatte bislang erklärt, er wolle bis zur nächsten Wahl im September im Amt bleiben und dann nicht erneut kandidieren. Die Protestbewegung hingegen fordert seinen sofortigen Rücktritt.