Kitas in Wohngebieten

Kinderlärm – CDU distanziert sich von Senioren-Union

Die Senioren-Union will Kitas wegen "unzumutbarer Lärmbelästigung" aus Wohngebieten fernhalten. Die Forderung stößt auch in den eigenen Reihen auf Kritik.

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Die Bundes-CDU hat sich von Forderungen der Senioren-Union distanziert, Kindertagesstätten aus Wohngebieten fernzuhalten. Die zuständigen Ministerien würden umsetzen, "was wir im Regierungsprogramm der Union gefordert und später auch im Koalitionsvertrag festgehalten haben“, sagte eine Sprecherin der Partei.

Zuvor hatte der stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU-Seniorenorganisation, Leonhard Kuckart, Kindertagesstätten als "Quelle unzumutbarer Lärmbelästigung“ bezeichnet und Kindergeschrei mit dem "Hämmern eines Pressluftbohrers“ verglichen. Er wandte sich damit gegen Pläne der Bundesregierung, Kindertagesstätten in Wohngebieten generell zuzulassen. Im Koalitionsvertrag heißt es dazu: "Kinderlärm darf keinen Anlass für gerichtliche Auseinandersetzungen geben. Wir werden die Gesetzeslage entsprechend ändern.“

Der Deutsche Kinderschutzbund reagierte empört auf die Forderung aus der Senioren-Union. Dessen Präsident Heinz Hilgers sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung“, solche Äußerungen seien die Folge einer kindentwöhnten Gesellschaft. Vor 50 Jahren wäre so etwas nicht vorgekommen, so Hilgers, „jetzt werden die Kinder bei uns ausgegrenzt“. Dass das Gesetz Kindergeräusche mit Industrielärm gleichsetze, sei immer ein Skandal gewesen, so Hilgers. Ein Miteinander gebe es nur, wenn es „von gegenseitiger Wertschätzung geprägt“ werde. Der Vergleich des Ausdrucks der Lebensfreude spielender Kinder mit einem Presslufthammer sei keine Wertschätzung.