Tel Aviv

Bewaffneter tötet Gäste eines Homosexuellen-Clubs

Ein schwarz gekleideter, bewaffneter Mann hat auf die Besucher eines Homosexuellen-Treffpunkts in Tel Aviv das Feuer eröffnet. Er tötete zwei Menschen, mindestens zwölf wurden bei der Schießerei verletzt. Der Täter konnte flüchten. Die Polizei ordnete aus Vorsicht die Schließung aller öffentlichen Schwulen- und Lesben-Treffpunkte an.

Bei einem Angriff auf ein Homosexuellen-Zentrum in Tel Aviv sind zwei Menschen getötet und mindestens zehn weitere verletzt worden. Wie die israelischen Rettungsdienste mitteilten, starben ein junger Mann und eine junge Frau sofort. Der maskierte, ganz in schwarz gekleidete Täter konnte unerkannt fliehen.

Der Täter feuerte mit einer Schnellfeuerwaffe in eine vor dem Treffpunkt stehende Menschengruppe. Einer der Verletzten schwebte in Lebensgefahr. Nach Angaben von Augenzeugen versuchte der Angreifer, auch noch eine nahegelegene Schwulenbar anzugreifen. Wachposten verwehrten ihm jedoch den Zutritt. Das Motiv des Täters sei noch unklar, sagte der Polizeichef von Tel Aviv, Schahar Ajalon. Es habe keine Drohungen gegen das Homosexuellen-Zentrum gegeben. Er rief zu erhöhter Wachsamkeit auf. Israels Innenminister Jizchak Aharonowitsch vermutetete Homosexuellenfeindlichkeit hinter dem Angriff. Die Polizei werde alles tun, um den Täter festzunehmen, sagte er im Militärrundfunk.


Mitglieder der Homosexuellen-Vereinigung, die den Treffpunkt unterhält, gingen von einem gezielten Angriff auf ihre Gemeinschaft aus. „Angesichts der Anstiftung zum Hass gegen die homosexuelle Gemeinschaft ist es nicht überraschend, dass so ein Verbrechen begangen werden kann“, sagte der Präsident von Tel Avivs Homosexuellen-Vereinigung, Mai Pelem, unter Verweis auf feindliche Äußerungen in religiösen Kreisen. In der Vergangenheit sei der Eingang des Zentrums mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Der Treffpunkt liegt an der Ecke Nachmani- und Ahad-Haam-Straße im Zentrum von Tel Aviv. Im Gegensatz zu Jerusalem ist die Stadt am Mittelmeer für ihre gesellschaftliche Offenheit bekannt.

Sollte der Täter tatsächlich aus Homosexuellen-Feindlichkeit gehandelt haben, wäre es der schwerste Angriff auf die Schwulen- und Lesbengemeinschaft in Israel. 2005 hatte ein ultraorthodoxer Jude drei Teilnehmer einer Homosexuellenparade erstochen. Er wurde zu zwölf Jahren Haft verurteilt.