Ganzkörperverschleierung

Erste spanische Stadt führt Burka-Verbot ein

In Lleida ist das Tragen von Ganzkörperschleiern in öffentlichen Einrichtungen verboten. Das Gesetz sei als symbolischer Akt zu werten.

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Die nordspanische Stadt Lleida hat ein Gesetz gegen das Tragen von islamischen Ganzkörperschleiern in öffentlichen Einrichtungen eingeführt. Er sei stolz, dass Lleida die erste Stadt Spaniens sei, in der es eine Vorschrift gegen etwas gebe, „das diskriminierend gegenüber Frauen ist“, sagte Bürgermeister Angel Ros im staatlichen Radio. Bei dem Schleier-Verbot gehe es um Gleichberechtigung von Männern und Frauen.

Die Stadtregierung hatte der Regelung bereits im Mai zugestimmt, deren Verabschiedung hatte sich aber aus verfahrenstechnischen Gründen verzögert. Die Einführung des Gesetzes ist größtenteils als symbolischer Akt zu werten, davon betroffen sind nur wenige Einwohner Lleidas. Nur rund drei Prozent der 135.000 Einwohner sind muslimisch und nur wenige muslimische Frauen tragen eine sogenannte Burka oder einen Niqab – einen Ganzkörper- oder einen Gesichtsschleier.

Andere spanische Städte wie Barcelona haben ähnliche Schritte unternommen, um gegen das Tragen von Schleiern in der Öffentlichkeit vorzugehen. Entsprechende Verbote sind jedoch noch nicht rechtsgültig. Die spanische Regierung überlegt, ein Schleier-Verbot als Teil eines künftiges Gesetzes einzuführen, das eine Reihe religiöser Angelegenheiten regeln soll. In Spanien leben rund eine Million Muslime.

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