Ägypten

Auswärtiges Amt rät von Reisen nach Kairo ab

Angesichts der Unruhen in Ägypten haben mehrere Länder, darunter auch Deutschland, Vorbereitungen getroffen, ihre Staatsbürger auszufliegen. Das Auswärtige Amt in Berlin verschärfte seine Reisehinweise.

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Das Auswärtige Amt hat seine Sicherheitshinweise für Reisen nach Ägypten verschärft. Das Ministerium "rät jedem Reisenden, sorgfältig zu prüfen, ob er seine Reise nach Ägypten unter den gegenwärtigen Umständen antreten will“, heißt es in den am Sonntag aktualisierten Hinweisen auf der Internetseite des Auswärtigen Amts . Man halte zudem engen Kontakt zu den deutschen Fluggesellschaften "mit der Bitte um Prüfung, welche zusätzlichen Kapazitäten für Linienflüge aus Kairo bereitgestellt werden können“.

Die Lufthansa wird an diesem Montag einen zusätzlichen Flug von Kairo nach Frankfurt anbieten. Parallel zu einem regulären Linienflug werde eine weitere Maschine eingesetzt, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Das Auswärtige Amt habe bei der Lufthansa eine entsprechende Anfrage gestellt. Die Lufthansa veröffentlichte auf ihrer Internetseite eine Sondertelefonnummer (+49-30-50570341), "unter der Flüge ausschließlich ab Kairo gebucht werden können“, wie das Außenamt weiter mitteilte. In den Touristenorten am Roten Meer verlaufe der Flugverkehr aber "derzeit normal und mit ausreichenden Kapazitäten“. Am Sonntag war die ägyptische Armee auch in Teile der Touristenregion Scharm el Scheich am Roten Meer eingerückt.

Von Reisen in ägyptische Städte rät das Auswärtige Amt weiter ab. Neben Kairo, Alexandria und Suez sollten auch die "urbanen Zentren im Landesinneren“ gemieden werden. Reisenden in Ägypten wird empfohlen, Menschenansammlungen und Demonstrationen weiträumig zu meiden. Genau wie diejenigen Ausländer, die in Ägypten leben, sollten Touristen in den örtlichen Medien das Geschehen verfolgen und sich so etwa über staatlich verfügte Ausgangssperren informieren. Deutsche, die sich längerfristig in Ägypten aufhalten, können sich auch auf freiwilliger Basis bei der Botschaft in Kairo registrieren. Sie werden dann per E-Mail über aktuelle Entwicklungen und Warnungen informiert.

Wie viele Deutsche sich derzeit in Ägypten aufhalten, ist laut Außenministerium nicht bekannt. Der Deutsche Reiseverband geht von mehreren tausend Kunden deutscher Veranstalter in dem Land aus. 2009 reisten demnach insgesamt 1,2 Millionen Deutsche nach Ägypten, in der Mehrzahl Touristen, aber auch Geschäftsreisende.

USA und EU-Länder fliegen Staatsbürger aus

Die USA rieten ihren Staatsbürgern ebenfalls von Reisen nach Ägypten ab und bewilligten die Ausreise von Botschaftsangehörigen und nicht dringend benötigtem Personal. Die US-Botschaft in Kairo erklärte, sie habe die Landsleute in Ägypten informiert, dass sich das US-Außenministerium auf Wunsch um Flüge an sichere Orte in Europa kümmere. Demnach sollen die Flüge ab Montag starten. US-Bürgern in Ägypten riet die US-Regierung, bei Demonstrationen in ihren Häusern oder Hotels zu bleiben bis sich die Situation entspanne. Zudem sollten Wege zur US-Botschaft während der Proteste vermieden werden.

Die Türkei schickte insgesamt fünf Flugzeuge nach Ägypten, um ihre in dem nordafrikanischen Land lebenden Staatsbürger auszufliegen, wie das türkische Außenministerium mitteilte. Drei zusätzliche Flüge seien als Ergänzung zu den normalen Linienflügen geschickt worden. Demnach sollten zwei zusätzliche Turkish-Airways-Maschinen nach Alexandria und eine nach Kairo fliegen.

Frankreich strich auch am Sonntag bis auf Weiteres alle Ägyptenreisen, wie der Präsident der Gewerkschaft der Reiseveranstalter, Georges Colson sagte. Auch am Montag werde es keine Abreisen geben. Damit folgten die Veranstalter den Hinweisen des französischen Außenministeriums, sagte Colson. Die Urlauber vor Ort hätten bislang keine Zwischenfälle erlebt und die Rückreise verlaufe planmäßig. Laut Colson halten sich derzeit etwas mehr als 1000 französische Urlauber in Ägypten auf.

Die britischen Reiseveranstalter erklärten, ihre Kunden zunächst nicht außerplanmäßig aus Ägypten ausfliegen zu wollen. Das Außenministerium in London riet zwar von Reisen nach Kairo, Alexandria, Luxor und Suez ab, die Badeorte am Roten Meer seien von der Warnung aber ausgenommen, sagte eine Sprecherin des britischen Reiseverbands Abta. Etwa eine Million Briten fliegen jedes Jahr nach Ägypten.

Die großen skandinavischen Reiseveranstalter kündigten dagegen an, ihre Kunden aus Ägypten ausfliegen zu wollen und weitere Reisen wegen der Unruhen zu annullieren. Schweden und Finnland hatten zuvor ihre Reisehinweise verschärft.