Alexander Haig

Ehemaliger US-Außenminister gestorben

Alexander Haig ist tot. Der ehemalige amerikanische Außenminister starb im Alter von 85 Jahren. Während seiner Amtszeit prägte Haig die Sicherheitspolitk der USA massgeblich. In den siebziger Jahren überlebte er einen Anschlag der RAF. Aber vor allem wurde Haig durch einen einzigen Satz weltberühmt.

Foto: picture-alliance / dpa

Der frühere US-Außenminister Alexander Haig ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Haig starb gegen 01.30 Uhr in der Nacht im John Hopkins Krankenhaus in Baltimore, wie ein Kliniksprecher mitteilte. Der frühere General und Vietnam-Veteran war Außenminister unter US-Präsident Ronald Reagan und wirkte jahrelang maßgeblich an der Sicherheitspolitik des Weißen Hauses mit.

Haig wurde bereits seit dem 28. Januar im John Hopkins behandelt. Sein Gesundheitszustand war schon bei der Einlieferung als ernst beschrieben worden. Zur Todesursache machte der Kliniksprecher keine Angaben. Sein höchstes politisches Amt erreichte der Republikaner Haig im Januar 1981 mit der Ernennung zum Außenminister; das Amt hatte er allerdings nur 18 Monate inne.

Vor seinem Ministeramt war Haig unter anderem Stabschef im Weißen Haus unter Präsident Richard Nixon gewesen. Begonnen hatte seine Karriere beim Militär.

Aus seiner Zeit als Außenminister blieb vor allem sein Verhalten nach dem Attentat auf Reagan am 30. März 1981 in Erinnerung: Mit dem legendären Ausspruch „I am in control here“ (Ich habe hier die Kontrolle) trat Haig damals vor die Öffentlichkeit – und überschritt damit seine Kompetenzen.

Denn als Stellvertreter des durch Schüsse verletzten Reagan standen gemäß der Verfassung nicht nur Vize-Präsident Georg Bush senior vor dem Außenminister, sondern auch der Sprecher des Repräsentantenhauses und der älteste Senator der Regierungspartei.

Der 1924 in Philadelphia geborene Haig begann seine militärische Karriere im Zweiten Weltkrieg in Japan. Später wurde er im Korea-Krieg und im Vietnam-Krieg für seine Tapferkeit ausgezeichnet. 1969 wurde er militärischer Berater des damaligen Nationalen Sicherheitsberaters Henry Kissinger.

Von 1974 bis 1979 schickte ihn das Pentagon nach Europa als Oberbefehlshaber der dortigen NATO-Streitkräfte. Im Juni 1979 überstand er in Belgien unverletzt einen Anschlag der Roten Armee Fraktion (RAF).

In seine Amtszeit als Außenminister fiel unter anderem die Falkland-Krise zwischen Argentinien und Großbritannien, die der US-Diplomatie einen Misserfolg eintrug. Verbittert über die von ihm als inkonsequent kritisierte Außenpolitik der US-Regierung trat Haig im Juli 1982 von seinem Ministeramt zurück.

1988 scheiterte der Kriegsveteran in der Vorrunde bei dem Versuch, sich als Kandidat der Republikaner für die US-Präsidentschaft aufstellen zu lassen. Nominiert wurde George Bush senior, der schließlich auch die Wahl gewann.

Nach dem Ende seiner politischen Karriere geriet Haig zeitweise sogar in den Verdacht, jene zentrale Figur („Deep Throat“) im Watergate-Skandal gewesen zu sein, die vertrauliche Informationen über Abhöraktionen gegen die oppositionellen Demokraten an die Journalisten Bob Woodward und Carl Bernstein ausplauderte und damit den größten Polit-Skandal in der US-Geschichte des 20. Jahrhunderts ins Rollen brachte.

Der Skandal zwang Präsident Nixon zum Rücktritt - als „berühmteste anonyme Quelle der amerikanischen Geschichte“ gab sich 2005 jedoch der frühere FBI-Vizechef Mark Felt zu erkennen.

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