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Was der Koalitionsvertrag fürs Portemonnaie heißt

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Union und FDP haben sich auf ein umfangreiches Entlastungspaket für Bürger und Unternehmen geeinigt. Die Einkommensteuer soll ab 2011 sinken. Familien und Unternehmen sollen bereits vom kommenden Jahr an entlastet werden. Morgenpost Online erklärt, was der Koalitionsvertrag für Sie persönlich bedeutet.

Union und FDP haben sich zum Abschluss ihrer Koalitionsverhandlungen auf ein umfangreiches Entlastungspaket für Bürger und Unternehmen geeinigt. Das gesamte Entlastungsvolumen bis 2013 wurde nach Abschluss der Gespräche am Samstagmorgen von mehreren Teilnehmern auf 24 Milliarden Euro beziffert.

Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen sowie Familien mit Kindern werden von Union und FDP in der kommenden Wahlperiode um 24 Milliarden Euro entlastet. Das geht aus dem Reuters am Samstag vorliegenden Koalitionsvertrag hervor, auf den sich die Parteichefs von CDU, CSU und FDP am frühen Morgen geeinigt haben.

Demnach wird das monatliche Kindergeld in einem ersten Schritt zum 1. Januar 2010 um 20 Euro auf mindestens 184 Euro erhöht. Der steuerfreie Kinderfreibetrag steigt parallel dazu von 6024 auf 7008 Euro. Seit 2009 gilt ein Kinderfreibetrag von zusammen 6024 Euro. Das Kindergeld wurde für das erste und zweite Kind auf 164 Euro angehoben, für das dritte Kind gibt es 170, für das vierte und weitere Kinder je 195 Euro monatlich. Das Kindergeld ist das aufwendigste familienpolitische Förderinstrument und kostet rund 35 Milliarden Euro pro Jahr.

Bei der Einkommensteuer wollen die Koalitionäre zum 1. Januar 2011 einen Stufentarif einführen. Im Vertragstext heißt es, Zahl und Verlauf der Stufen würden noch entwickelt. Neben der Entlastung unterer Einkommensgruppen sollte auch der Mittelstandsbauch abgeflacht werden, also die übermäßige Belastung mittlerer Einkommen im bisherigen Steuertarif.

Für Unternehmen ist für den 1. Januar 2010 ein Krisen-Sofortprogramm zur Steuer-Entlastung vorgesehen. Unter anderem wird die von der großen Koalition eingeführte Zinsschranke dauerhaft von einer auf drei Millionen Euro angehoben.

Bei der Erbschaftsteuer wird für Geschwister und ihre Kinder ein neuer Stufentarif eingeführt, um sie gegenüber Familienfremden besser zu behandeln.

( Reuters/dpa/ab )