Thüringen

Linke und Grüne bezichtigen Matschie der Lüge

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Jette Moche

Foto: dpa

Ein schwerer Vorwurf belastet Thüringens SPD-Chef Christoph Matschie. Gemeinsam widersprechen Linke und Grüne nun seiner Darstellung über den Bruch der Koalitionsgespräche. Sie behaupten, er sage die Unwahrheit. Linken-Landeschef Bodo Ramelow veröffentlicht gar ein Protokoll der Koalitionsgespräche.

Der Landesvorsitzende der SPD in Thüringen, Christoph Matschie, gerät in Erklärungsnot. Die Grünen und die Linke widerlegen seine Argumentation, mit der er die Koalitionsgespräche mit ihnen für gescheitert erklärt hatte. "Mit der Linken und Bündnis90/Die Grünen war es nicht möglich, in den Sondierungsgesprächen eine gemeinsame Lösung in der Ministerpräsidenten-Frage zu finden", begründet Matschie noch heute auf seiner Homepage das Scheitern einer rot-rot-grünen Zusammenarbeit in Thüringen.

Der Linke-Spitzenkandidat Bodo Ramelow will diese Anschuldigung nicht auf sich sitzen lassen. Deshalb veröffentlicht er nun im Internet ein Gesprächsprotokoll vom 30. September , also jener Sitzung, in der die Zusammenarbeit letztlich gescheitert sein soll. Durch dieses Protokoll will er beweisen, dass Matschie nicht die Wahrheit sagt. "Beide ( Grüne und Linke , d. Red.) betonen, dass sie sich vorstellen können, einen SPD-MP ( Ministerpräsident , d. Red.) zu wählen."

Auf Nachfrage von Morgenpost Online bestätigt auch Astrid Rothe-Beinlich, die Landessprecherin der Thüringer Grünen, diese Aussage: "Wir haben gesagt, dass wir uns einen SPD-Ministerpräsidenten vorstellen können. Wir wollten nur wissen, um welche Person es sich dabei handeln würde. Schließlich muss er von allen drei Parteien getragen werden."

Nach Aussage von Christoph Matschie scheiterte die Koalition allerdings nicht, weil keine Person namentlich genannt wurde. Er behauptet, auch jetzt noch auf seiner Homepage: "Die Linke hat in den Verhandlungen nicht zugestimmt, dass die SPD den MP stellt." Christoph Matschie ist inzwischen mit der Thüringer CDU als Koalitionspartner im Gespräch.

Über das angestrebte schwarz-rote Bündnis berät die Thüringer SPD am Samstag auf einer Parteiversammlung. Bereits jetzt rufen Teile der SPD Matschie dazu auf, die Gespräche mit den Linken wieder aufzunehmen. Die SPD könnte ihre Basis zum richtigen Koalitionsparter befragen – solange dies andauert, ist ein Koalitionsvertrag mit der CDU nicht möglich.