Hamburger TV-Duell

Ahlhaus rät Scholz zu etwas mehr Demut

Sechs Wochen vor der Bürgerschaftswahl in Hamburg haben sich die Konkurrenten Ahlhaus (CDU) und Scholz (SPD) ein Fernsehduell geliefert – auf Augenhöhe.

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Hamburgs Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) und sein SPD-Herausforderer Olaf Scholz haben sich in ihrem ersten Fernsehduell nichts geschenkt. So riet Ahlhaus am Donnerstag bei dem vom Fernsehsender Hamburg1 übertragenen Duell dem Hamburger SPD-Chef etwa zu etwas mehr Demut. Scholz wiederum verkündete, dass er nicht nur am 20. Februar gewählt, sondern auch vier Jahre später im Amt bestätigt werden wolle.

Herausforderer Scholz gab sich zu Beginn sehr angriffslustig und brachte Ahlhaus zunächst immer wieder in die Defensive. Scholz versprach ein fünfstündiges kostenfreies Kita-Angebot und den Bau der Elbvertiefung. Zudem sprach er sich für einen sozialen Wohnungsbau in besseren Wohnlagen aus.

Ahlhaus warf seinem Gegner immer wieder mangelnde Seriosität in dessen Finanzplanung vor. "Ihre Versprechen nehmen astronomische Höhen an." Von Bürgern wurde er unter anderem wegen des Straßenbaus kritisiert. Er versprach, sich mit "Herzblut" für eine Grundsanierung einzusetzen

Umfragen scheinen Scholz dabei derzeit Recht zu geben. Sowohl die SPD als auch er selbst liegen in der Wählergunst momentan deutlich vor Ahlhaus und der CDU. Wegen des Scheiterns von Deutschlands erster und bislang einziger schwarz-grünen Koalition auf Landesebene muss am 20. Februar eine neue Bürgerschaft gewählt werden.

Scholz hat bereits angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs mit den Grünen (GAL) koalieren zu wollen – sofern er einen Bündnispartner benötigt. Für die CDU ist derzeit dagegen kein Koalitionär in Sicht. Sowohl die GALals auch die SPD haben bereits abgewunken, die FDP wird Umfragen zufolge erneut an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Bei dem 75-minütigen Duell konnten vorher ausgewählte Bürger ihre Fragen stellen. Die Themen reichten dabei vom Straßenverkehr über den Wohnungsbau und die Kultur bis hin zur inneren Sicherheit. Vor allem bei den Themen Verkehr und Wohnungsbau tat sich Ahlhaus schwerer als sein Herausforderer. So räumte er ein, dass etwa der Kampf gegen die zahlreichen Schlaglöcher auf den Straßen nicht gewonnen worden sei und auch zu wenig Wohnungen gebaut worden seien. „Das muss besser werden“, sagte Ahlhaus – um dann darauf hinzuweisen, dass dies vormals ins Ressort der Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk (GAL) gefallen sei.

Beobachtern zufolge konnte Ahlhaus vor allem beim Thema innere Sicherheit punkten. So verwies der 41-Jährige, der vor seiner Amtsübernahme als Bürgermeister im August 2010 Innensenator war, auf den deutlichen Rückgang der Kriminalität während der CDU-Regierung im Jahr 2001. Scholz, der davor kurzzeitig ebenfalls Innesenator war, musste einräumen, dass dies unter der SPD-Regierung nicht gelungen sei. „Dass wir das damals schöngeredet haben, war ein Fehler“, sagte der 52-Jährige.