Afghanistan

Radikale Taliban planen "spektakuläre Anschläge"

Laut UN wollen die Taliban in den nächsten Monaten den Terror verstärken. Die Lage am Hindukusch werde sich verschlechtern, heißt es.

Die radikalislamischen Taliban planen nach Angaben des UN-Sondergesandten Staffan de Mistura "spektakuläre Anschläge“ in Afghanistan. "Wir müssen bereit sein. Ich befürchte für die nächsten Monate eine angespannte Sicherheitslage“, sagte de Mistura in New York. Bei einem Selbstmordanschlag im Bundeswehr-Einsatzgebiet in Nordafghanistan wurde am Donnerstag ein afghanischer Polizist getötet.

Die Lage am Hindukusch werde sich vermutlich erst einmal verschlechtern, bevor sie sich bessere, sagte de Mistura bei einer Debatte im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Der Konflikt in Afghanistan könne nicht über eine militärische Lösung geklärt werden. "Offen gesagt sehen das auch die Taliban so, auch wenn sie das öffentlich nicht sagen werden.“

Die größte Hoffnung, Afghanistan langfristig zu stabilisieren, biete eine politische Einigung zwischen Präsident Hamid Karsai und den Aufständischen, sagte der UN-Sondergesandte für Afghanistan. Seit Anfang Oktober führt ein sogenannter Friedensrat im Auftrag von Karsai Gespräche mit den Taliban.

Der afghanische UN-Botschafter, Sahir Tanin, erklärte hingegen, dass sich die Sicherheitslage „trotz einzelner Angriffe und Selbstmordattentate“ verbessert habe. Den afghanischen Truppen gelinge es inzwischen, Aufständische zurückzudrängen. Bis Ende 2014 sollen alle internationalen Kampftruppen Afghanistan verlassen und die Sicherheitsverantwortung an die einheimischen Truppen übergeben haben.

Bei einem Anschlag in der Provinz Kundus sprengte sich ein mit einem Sprengstoffgürtel ausgerüsteter Attentäter am frühen Morgen an einem Kontrollpunkt im Zentrum der gleichnamigen Stadt in die Luft. Ein Wachmann habe noch versucht, ihn vom Betreten des Postens abzuhalten, sagte der Vorsitzende des Provinzrates, Mahbubullah Mahbub. Der Attentäter habe den Sprengsatz gezündet und dabei einen Verkehrspolizisten mit in den Tod gerissen. Fünf Zivilisten wurden verletzt.

Die Provinz Kundus gehört zum Einsatzgebiet der Bundeswehr in Nordafghanistan. Am Sonntag hatten dort vier Angreifer ein Rekrutierungsbüro der afghanischen Armee attackiert und acht Menschen getötet. Zu der Tat bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Diese greifen regelmäßig afghanische Polizisten oder Soldaten an, die in den kommenden Jahren schrittweise die Sicherheit für ihr Land übernehmen sollen.

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos

Beschreibung anzeigen