Nach Wulff-Rede

MDR-Intendant twittert geschmacklosen Islam-Witz

Foto: picture alliance / ZB / dpa

Der Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks, Udo Reiter, hat via Twitter Kritik auf sich gezogen. Nach der Wulff-Rede zum Einheitstag twitterte er einen vermeintlich islamfeindlichen Witz.

Der Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) Udo Reiter, ein CSU-naher Bayer, hat mit einem vermeintlich islamfeindlichen Tweet für heftige Diskussionen im Netz gesorgt. In Anspielung auf die Rede von Bundespräsident Christian Wulff (CDU), der in seiner Rede zum Einheitstag gesagt hatte: „Auch der Islam gehört zu Deutschland“ twitterte Reiter den „Witz“:

„Einheitstag 2030: Bundespräsident Mohammed Mustafa ruft die Muslime auf, die Rechte der deutschen Minderheit zu wahren“. Eine halbe Stunde später schickte Reiter einen entschuldigenden Satz hinterher: „Der Tweet war vor einiger Zeit ein gezeichneter Witz in einer deutschen Zeitung. War natürlich als Joke gemeint. Sorry.“

Doch es war schon zu spät. Der „Mustafa“-Witz wurde sogar schon auf Reiters Wikipedia-Eintrag mit mehreren Quellen zitiert. Screenshots des originalen Tweets auf dem Twitter-Bildportal Twitpics waren dort ebenfalls verlinkt. Zweifel an der Echtheit des Twitter-Accounts „mdrreiter“ wurden unter Hinweis auf einen Artikel im Online-Medienmagazin dwdl ausgeräumt, in dem der Intendant stolz bekannte: „Ich twittere eigenhändig.“

In dem Interview vom Oktober 2009 sagt Reiter über seine damals etwa einmonatigen Twitter-Erfahrungen: „Man muss sich darauf einlassen, um eine Idee davon zu bekommen, was da passiert. (…) Innerhalb von Minuten zehnmal retweeted zu werden, das ist schon ein Erlebnis.“ Diese Schnelligkeit und Rasanz scheint der 64 Jahre alte Reiter unterschätzt zu haben.

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