Karenztage

FDP-Politiker fordert weniger Lohn im Krankheitsfall

Die Zahl der Krankschreibungen ist hoch. Der FDP-Gesundheitsexperte will deshalb eine Einschränkung des vollen Lohnausgleichs bei Krankheit.

Aus der FDP gibt es erneut Forderungen nach einer Einschränkung des vollen Lohnausgleichs im Krankheitsfall. „Es ist sinnvoll, über die Einführung von Karenztagen nachzudenken. Möglich wäre beispielsweise ein Tag im Jahr“, sagte der FDP-Gesundheitsexperte Erwin Lotter der „Bild“-Zeitung. Für sogar zwei Karenztage sprach sich der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, aus. „Ich bin überzeugt, mit der Einführung von zwei Karenztagen, wie es international üblich ist, würde der Krankenstand in Deutschland deutlich sinken“, sagte er ebenfalls der „Bild“-Zeitung.

Hintergrund der Forderungen sind Berichte über eine derzeit hohe Zahl von Krankschreibungen. Nach Angaben der „Bild“-Zeitung werden dabei von einigen Ärzten in Deutschland auch Gesunde auf deren Wunsch hin krankgeschrieben. Durch solche Gefälligkeitsatteste entstehe der deutschen Wirtschaft jährlich ein Schaden von fünf bis zehn Milliarden Euro, berichtete das Blatt unter Berufung auf Schätzungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) sprach dagegen von Einzelfällen. Bei Karenztagen erhält der Betroffene im Fall einer Erkrankung für diese Tage keinen Lohn.

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