Nationalismus

Claudia Roth blickt mit Sorge aufs Halbfinale

Nationalismus auch gegen Minderheiten – das ist nach Grünen-Chefin Claudia Roth ein großes Problem der Türkei. Vor dem Halbfinalspiel gegen Deutschland warnt sie davor den "Party-Patriotismus" mit dem Bezug zum eigenen Volk aufzuladen. Kritik äußerte Roth auch am türkischen Trainer.

Grünen-Parteichefin Claudia Roth warnt vor einem Missbrauch der positiven EM-Stimmung für nationalistische Zwecke.

In der Sendung „Unter den Linden“ des Fernsehsenders Phoenix sagte sie am Montagabend: „Ich würde davor warnen, dass man jetzt diese Leichtigkeit, dieses Feiern, diese Fröhlichkeit – das ist ja eine Art von Party-Patriotismus – jetzt so sehr belädt, gleich wieder auflädt, mit dem Bezug zum eigenen Volk.“ Kritik übte Roth an den Äußerungen des türkischen Trainers unmittelbar nach dem Sieg gegen Kroatien: Auf türkischer Seite gebe es „vom Fußballverband oder auch von dem Trainer schon eine Gefahr einer unglaublichen Aufladung“.


Wörtlich sagte Roth: „Also wenn ich dann höre, dass Allah das Tor geschenkt hat zu Ehre der Nation, dann entsteht da etwas, dann wird da etwas angefacht, was in der Türkei ein großes Problem ist: nämlich Nationalismus auch gegen Minderheiten.“

Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) sprach sich in der Sendung dafür aus, die Äußerungen des Trainers nicht zu stark zu bewerten: „Wenn man wenige Minuten nach solchen Spielen das Mikrofon vorgehalten bekommen, dann ist das etwas völlig anderes, als wenn man sich drei Tage auf eine Rede im Deutschen Bundestag vorbereitet.“

Er sei „strikt dagegen, dass wir das Fußballspiel am Mittwochabend aufladen – weder mit politischem noch mit nationalem Pathos, noch mit historischen Vergleichen.“

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