Frankfurt

Beamte hielten Hochschwangere am Flughafen fest

Eine 17-Jährige aus Kamerun ist am Frankfurter Flughafen festgehalten worden, obwohl sie kurz vor der Niederkunft stand. Das Bundesamt für Migration verhörte die junge Frau in einer Unterkunft über ihre Fluchtgründe. Erst als Medien auf den Fall aufmerksam wurden, brachte man die junge Frau ins Krankenhaus.

Das Bundesamt für Migration hat laut einem Zeitungsbericht eine 17-jährige Schwangere bis zum Tag ihrer Entbindung in der Flüchtlingsunterkunft am Frankfurter Flughafen festgehalten. Trotz Protesten von Anwälten und Jugendamt hätten die Beamten die wegen Vergewaltigung traumatisierte Minderjährige am Dienstag noch wenige Stunden vor der Geburt ihres Kindes über ihre Fluchtgründe verhören wollen, schreibt die „Frankfurter Rundschau“. Eine angemessene Betreuung der Frau aus Kamerun hätten sie abgelehnt.

Die Zeitung schreibt, erst als das Bundesamt am Dienstagnachmittag gemerkt habe, dass der Fall von den Medien aufmerksam verfolgt werde, hätten die Beamten die Minderjährige zur Einleitung der Geburt in die Klinik gebracht und die Einreise gestattet.

Kirchen, Menschenrechtsorganisationen und Anwälte reagierten entsetzt. „Dies ist ein Fall, der an Ignoranz und Menschenverachtung nicht zu überbieten ist“, sagte Flüchtlingsanwältin Ursula Schlung-Muntau. Das Amt habe „Menschenrechtsverletzungen auf allen Ebenen“ begangen.

„Es ist unerträglich, wie unsensibel Bundesamt und Bundespolizei im Fall der hochschwangeren minderjährigen Asylbewerberin handeln“, sagte Josef Winkler, migrationspolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion. „Die Vorgaben der EU-Flüchtlingsaufnahmerichtlinie binden auch deutsche Behörden.“