New York

Fahrgast sticht auf muslimischen Taxifahrer ein

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Foto: AFP

In New York wurde ein Taxifahrer Opfer einer Messerattacke, nachdem er sich mit dem Fahrgast über den islamischen Glauben unterhalten halt.

Offenbar wegen seines muslimischen Glaubens ist ein New Yorker Taxifahrer mit einem Messer angegriffen worden. Ein Kunde habe den 43-jährigen Ahmed Sharif zunächst gefragt, ob er Muslim sei, und dann mit einem Messer an Hals, Schultern und im Gesicht verletzt, berichteten US-Medien.

Sharif hielt an, sobald er einen Polizisten sah, und berichtete von der Messerattacke. Der 21-jährige Angreifer wurde sofort festgenommen. Er muss sich wegen Mordversuchs und eines rassistisch motivierten Verbrechens verantworten.

Sharif äußerte sich bestürzt. „Ich lebe hier seit 25 Jahren, ich fahre seit 15 Jahren Taxi und meine vier Kinder wurden hier geboren, ich habe noch nie so eine Unsicherheit gefühlt“, erklärte er in einer Mitteilung der Taxigewerkschaft.

Der Taxifahrerverband sowie mehrere Anti-Rassismus-Organisationen verurteilten die Tat scharf. Es gebe einen „wachsenden Hass gegen Muslime in New York und in den USA“, die sich vor allem in der derzeitigen Diskussion über das geplante islamische Gemeindezentrum in der Nähe des Ground Zero manifestiere, erklärte die „New Yorker Koalition gegen Islamophobie“.

Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg teilte mit, er habe mit dem Taxifahrer gesprochen und ihm versichert, dass die Zugehörigkeit zu einer Religion oder Ethnie keinen Unterschied in New York mache.

Hitzige Debatten über den Islam haben in New York zugenommen seit Pläne für den Bau einer Moschee nahe Ground Zero breit diskutiert werden. Gegner lehnen den geplanten Bau als „Ohrfeige“ für die Familien der über 2700 Menschen ab, die dem Terrorangriff vom 11. September 2001 zum Opfer gefallen waren.

Befürworter sehen in dem geplanten Bau einen Beweis für die Toleranz der Amerikaner. In gut zwei Wochen jährt sich die Flugzeugattacke islamischer Terroristen auf die Zwillingstürme zum neunten Mal. Inzwischen entsteht auf Ground Zero ein neues World Trade Center.

( dpa/AFP/jm )

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