Von-Beust-Rücktritt

Hamburger wünschen sich Neuwahl der Bürgerschaft

56 Prozent der Hamburger Wähler wollen vorzeitig wählen. Die Mehrheitsverhältnisse sähen danach wohl deutlich anders aus als jetzt.

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In Hamburg wächst nach dem angekündigten Rücktritt von Bürgermeister Ole von Beust und dem Scheitern der Schulreform der Wunsch nach Neuwahlen. In einer Umfrage des Psephos-Instituts im Auftrag des „Hamburger Abendblatts“ sprachen sich 56 Prozent für einen erneuten Urnengang aus. 32 Prozent plädierten dagegen für eine Fortsetzung des schwarz-grünen Bündnisses. Psephos hatte am 19. und 20. Juli insgesamt 1005 wahlberechtigte Hamburger befragt.

Der Rücktritt von Beusts verleiht vor allem den Sozialdemokraten Flügel. Wenn am nächsten Sonntag Bürgerschaftswahl wäre, würde die SPD auf 41 Prozent der Stimmen kommen, ergab die Psephos-Umfrage. Damit liegt die SPD sechs Punkte vor der CDU, die auf 35 Prozent käme. Die Grün-Alternative-Liste (GAL) würde zehn Prozent, die Linke sechs und die FDP vier Prozent bekommen. Auf die anderen Parteien würden vier Prozent entfallen.

Damit hätte Schwarz-Grün keine Mehrheit mehr. Ein rot-grünes Bündnis würde mit 51 Prozent eine Regierung bilden können.

Im Vergleich zur vorigen Umfrage vom April 2010 kann die SPD vier Prozentpunkte gewinnen. Auch die CDU legt zu (plus 1). Die GAL stagniert, während die Linke zwei Punkte und die FDP sogar vier Punkte verliert.

Von Beusts Rücktritt am vergangenen Sonntag wird von einer Mehrheit der Hamburger (55 Prozent) bedauert. 25 Prozent begrüßen den Rückzug.

Hamburg wird seit 2008 von einer schwarz-grünen Koalition regiert. Nach dem verlorenen Volksentscheid über wichtige Teile der Schulreform des Senats vom Sonntag und der Rücktrittsankündigung von Beusts zum 25. August gilt das Regierungsbündnis als angeschlagen. CDU und GAL haben aber grundsätzlich signalisiert, die Koalition fortsetzen zu wollen.